Der Anschlag von Paris macht uns gerade deshalb so fassungslos, weil die Situationen, in denen die Menschen aus ihrem Alltag gerissen wurden, jeder von uns kennt: Sie waren im Café, bei einem Konzert, beim Fußball. Menschen, die die Attentate überlebt haben, berichten nun in verschiedenen Medien von ihren schrecklichen Erlebnissen.

"Das war von extremer Gewalt"

Julien Pearce über den Angriff auf die Konzerthalle "Bataclan":

"Das Konzert lief schon, als mehrere Leute mit Waffen eingedrungen sind. Es waren zwei oder drei Leute, die nicht maskiert waren. Sie hatten Maschinengewehre wie Kalaschnikows dabei und haben sofort angefangen, wild um sich zu schießen.

Das hat 10, 15 Minuten gedauert. Das war von extremer Gewalt. Es gab Panik. Alle sind Richtung Bühne gerannt. Die Attentäter hatten Zeit, mindestens dreimal nachzuladen. [...] Sie traten sehr beherrscht auf. Sie waren sehr jung."

"Dachte, es wäre Teil der Show"

Jérome Boucer im britischen "Guardian":

"Ich war im Publikum und hörte etwas, das klang wie Feuerwerkskörper. Es war laut, aber der Gig auch, und ich dachte, es wäre Teil der Show. Vielen Leuten ging es so. Dann begannen sie zu schießen"

Frankreich steht nach brutaler Terrorserie unter Schock.

"Alle haben sich auf den Boden geworfen"

Anonymer Augenzeuge in "Le Figaro":

"Ich sehe, wie der Sänger seine Gitarre abnimmt, ich drehe mich um, ich sehe einen mit einer automatischen Waffe bewaffneten Typen, der in die Luft schießt. Alle haben sich auf den Boden geworfen. Von da an hat der Instinkt die Oberhand bekommen, bei jeder Gewehrsalve haben wir versucht, weiter von den Schützen wegzukriechen."

"Es war ein Gemetzel"

Marc Cupris im "Guardian":

"Es war ein Gemetzel. Es sah aus wie ein Schlachtfeld, überall war Blut, überall waren Leichen. Ich war auf dem Boden mit einem Mann über mir und einem anderen zwischen mir und der Wand. Wir blieben einfach so liegen. Erst blieben wir ganz still. Ich weiß nicht, wie lange wir so ausharrten, es fühlte sich an wie eine Ewigkeit."

"Mein Handy hat mich gerettet"

Sylvestre in der BBC:

"Alles wurde in Kleinteile gesprengt und ich habe gefühlt, wie Zeug durch die Gegend fliegt. Mein Handy hat etwas abgekriegt. Das hat mich gerettet. Ansonsten wäre mein Kopf in Stücke gerissen worden".

"Ich dachte an den 11. September"

Daniel Psenny, Journalist von "Le Monde":

"Ein Fenster meiner Wohnung geht hinaus auf die Straße, in der sich der Hinterausgang des Bataclan befindet. Ich habe gerade zu Hause gearbeitet, im Fernsehen lief ein Krimi. Ich hörte Geräusche wie von Knallkörpern und dachte zuerst, es käme aus dem Film. Aber der Krach war lauter, also ging ich ans Fenster. Ich wohne im zweiten Stock. Viele Leute liefen auf der Straße durcheinander, offensichtlich versuchten sie zu entkommen. Ich sah Menschen auf dem Boden liegen, ich sah Blut - ich begriff, dass etwas Ernstes passiert war. Ich dachte an Bilder des 11. September.

Ich ging ins Erdgeschoss und wollte die Tür für die Fliehenden öffnen. Ich machte die Tür auf, davor lag ein Mann ausgestreckt auf dem Bürgersteig. Wir zogen ihn ins Innere. Dort in der geöffneten Tür traf mich die Kugel. Mehr weiß ich nicht. Es fühlte sich an, als ob ein Kracher direkt an meinem Arm explodiert."

"Wir hörten Schreie und Explosionen"

Frederic Nowak bei CNN:

"Wir haben uns umgedreht und sahen zwei junge Typen. Sie standen ziemlich weit weg, aber sie hatten Kalaschnikows und schrien die Menge an. Wir haben uns alle auf den Boden gelegt. Da war Panik. Alle schrien und die Typen schrien - wieder und wieder.

Rechts auf der Bühne war eine Tür offen, alle versuchten, dort hinzukommen. Dahinter war ein Treppenhaus. Wir waren dort fünf bis zehn Minuten eingepfercht, doch dann sahen wir zwei Türen und versuchten, weiterzukommen. Doch sie führten nur zu irgendwelchen Umkleiden. Irgendwann schaffte es dann jemand, den Zugang zum Dach zu öffnen und alle kletterten hinaus. Wir warteten dort. Und dann öffnete ein Mann, dessen Wohnung an das Dach angrenzte, sein Fenster und ließ uns alle hindurchsteigen. Und wir blieben dort und warteten darauf, dass es vorbeigehen würde. Wir hörten Gewehrschüsse, Schreie und Explosionen und wussten überhaupt nicht, was eigentlich los war."

(Gesammelt von ska)

Alle Informationen zu dem Anschlag in Paris finden Sie hier im Überblick.