Auf das islamkritische französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" ist ein Anschlag verübt worden. Dabei starben zwölf Personen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Mindestens zehn weitere Personen seien verletzt worden. Nach Angaben der Polizei waren die Täter mit Kalaschnikows bewaffnet. Aktuell befinden sie sich noch immer auf der Flucht. Staatspräsident Francois Hollande spricht von einem Terrorakt.

+++ Polizei kennt offenbar die Namen der drei Terroristen +++

Mindestens zwei bewaffnete Personen sollen gegen 11:30 Uhr in die Redaktion gestürmt sein und dort um sich geschossen haben. Anschließend gab es einen Schusswechsel mit Sicherheitskräften. Auf ihrer Flucht sollen die Personen mindestens einen Polizisten erschossen und einen Fußgänger überfahren haben. Die Terroristen haben nach Augenzeugenberichten bei ihrem Überfall offenbar mehrfach "Allah ist groß" und "wir haben den Propheten gerächt" gerufen. Mittlerweile ist von drei Tätern die Rede.

Nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur afp soll der Cartoonist Cabu sowie drei andere Zeichner unter den Toten sein. Cabu hatte 2011 die Mohammed-Karikaturen gezeichnet, die damals den Zorn frommer Muslime auf das Magazin "Charlie Hebdo" zogen. Cabu wäre in wenigen Tagen 76 Jahre alt geworden.

Francois Hollande nennt Anschlag barbarisch

Präsident Francois Hollande fuhr umgehend zum Tatort im elften Arrondissement im östlichen Zentrum von Paris. In einer ersten Reaktion nannte er den Anschlag barbarisch und sprach von einem "Schock für Frankreich". Es handele sich zweifellos um einen Terrorakt, sagte Hollande. Zudem berief der französische Präsident für 14:00 Uhr eine Krisensitzung des Kabinetts ein.

In einem Tweet schreibt Hollande, dass kein barbarischer Akt jemals die Freiheit der Presse auslöschen werde. Zudem werde Frankreich gemeinsam reagieren und zusammenstehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Terroranschlag scharf verurteilt. "Mit Erschütterung habe ich die Nachricht von dem niederträchtigen Anschlag auf die Zeitungsredaktion in Paris erhalten", heißt es in einem am Mittwoch versandten Kondolenztelegramm an den französischen Staatspräsidenten Francois Hollande.

Angela Merkel drückt Anteilnahme aus

Sie wolle in diesen Stunden des Schmerzes die Anteilnahme der Menschen in Deutschland "und mein ganz persönliches Mitgefühl ausdrücken sowie den Hinterbliebenen der Opfer mein aufrichtiges Beileid übermitteln", betonte Merkel.

"Diese abscheuliche Tat ist nicht nur ein Angriff auf das Leben französischer Bürgerinnen und Bürger und die innere Sicherheit Frankreichs." Sie stelle auch einen Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit dar, "der durch nichts zu rechtfertigen ist". Deutschland stehe eng an der Seite "unserer französischen Freunde".

Auch der britische Premier David Cameron verurteilte den Anschlag. "Die Morde in Paris sind ekelerregend", schrieb Cameron auf Twitter. "Wir stehen an der Seite des französischen Volks im Kampf gegen Terror und beim Verteidigen der Pressefreiheit."

Täter befinden sich noch immer auf der Flucht

Die Zeitschrift "Charlie Hebdo" hatte immer wieder mit der Veröffentlichung provokanter Mohammed-Karikaturen auf sich aufmerksam gemacht. Nach der Veröffentlichung einer "Scharia"-Sonderausgabe mit einem "Chefredakteur Mohammed" waren bereits im November 2011 die Redaktionsräume in Flammen aufgegangen. Die Internetseite war zudem mehrfach von Hackern angegriffen worden. Auch der letzte Tweet von "Charlie Hebdo" - etwa zur Zeit des Anschlags veröffentlicht - beinhaltete eine islamkritische Karikatur.

Auf dem Titel seiner jüngsten Ausgabe thematisiert "Charlie Hebdo" auf dem Titel seiner jüngsten Ausgabe das neue Buch "Unterwerfung" des französischen Autors Michel Houellebecq. Darin beschäftigt sich der französische Schriftsteller mit dem Szenario einer Islamisierung Frankreichs unter einem muslimischen Präsidenten.

Die Regierung in Frankreich hat für den Großraum Paris die höchste Terror-Warnstufe ausgerufen. Einsatzkräfte befinden sich auf der Suche nach den Tätern, die noch immer auf der Flucht sind. (cai/dpa/afp)