Andrea Nahles

CSU und SPD haben in Bayern massiv verloren. Die meisten Medien sehen darin ein neues Problem für die große Koalition in Berlin. Selbst einen Koalitionsbruch befürchten einige - vor allem wegen der Schwäche der SPD. Die internationale Presse beleuchtet hingegen vor allem die Stärke der Grünen.

Wie hat die Bundespolitik die Landtagswahl in Bayern beeinflusst und was bedeutet ihr Ergebnis für die Parteien, im Freistaat wie im Bund? Fünf Lehren aus dem Bayern-Beben.

Dass der Streit innerhalb der GroKo derart eskalieren konnte, geht nach Ansicht von SPD-Chefin Andrea Nahles auch auf das Konto der Kanzlerin. In einem Interview kritisiert sie Merkel für mangelnde Führung und Haltung und droht mit einem Bruch der Koalition.

Bei der Landtagswahl in Bayern am Sonntag droht der CSU der Verlust der absoluten Mehrheit. Eine historische Chance für die SPD - eigentlich, doch Umfragen sagen auch ihr eine Pleite voraus. Im Interview gibt sich sozialdemokratische Spitzenkandidatin Natascha Kohnen kämpferisch: Noch nie sein eine Wahl so offen gewesen, sagt sie, und erklärt, wie sie punkten will: 

Nach langer Ungewissheit ist der Diesel-Durchbruch da: Die Regierung will mit einer ganzen Palette von Maßnahmen nachlegen, um Autofahrern mehr Sicherheit zu geben. Einzelheiten werden mit Spannung erwartet.

Hart wurde vor allem um den "Spurwechsel" gerungen - nun gibt es einen Kompromiss zwischen Union und SPD: Bereits am heutigen Dienstag will das Kabinett das Zuwanderungskonzept beschließen, das gerade Branchen, wo händeringend Experten gesucht werden, helfen soll.

Noch wenige Tage - dann soll Klarheit herrschen, wie Politik und Autobranche im Kampf gegen zu schmutzige Luft durch Diesel-Abgase nachlegen wollen. Die Kfz-Halter sollen nach Regierungswillen nichts dazu bezahlen.

Es ist fast eine Sensation: Die Kanzlerin entschuldigt sich. Sie habe im Maaßen-Streit zu wenig bedacht, was die Menschen denken. Hilft das, der großen Koalition neues Leben einzuhauchen?

Das gab es wirklich selten: Die Kanzlerin entschuldigt sich ohne Umschweife dafür, zu wenig an das gedacht zu haben, was die Menschen bewegt. Jetzt soll es zurück an die Sacharbeit gehen, um die Probleme der Bürger zu lösen. Dazu soll auch ein neuer Arbeitsmodus beitragen.

Ist nach dem Zoff vor dem nächsten Streit? Die Koalition will nun wieder normal regieren. Doch schon bei der Kommunikation der Lösung in der Causa Maaßen gab es wieder Uneinigkeit. 

Tagelang wandelt die Koalition wegen der Personalie am Abgrund. Dann nehmen Merkel, Seehofer und Nahles die geplante Beförderung zurück. Aber Maaßen soll einen eigens für ihn geschaffenen Posten bekommen.

Wieder einmal stand die große Koalition auf der Kippe. Mit deutlich wackliger Tendenz. Am Ende wollten dann alle Beteiligten doch lieber weiterregieren. An einem Wochenende mit viel Hin und noch mehr Her handelten Kanzlerin Merkel, CSU-Chef Seehofer und die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles einen Kompromiss aus. Wie weit der trägt, wird sich weisen müssen.

Wie soll die Koalitionskrise um den Verfassungsschutzchef nur gelöst werden? Kaum denkbar, dass hinterher alle zufrieden sind - selbst wenn sich die Parteichefs jetzt wieder zusammensetzen.

Wütende Genossen, drohende Rebellion in NRW, hektische Anrufe, dann ein Brief. Es sind Tage, wie sie die Politik der Bundesrepublik selten erlebt. Während die AfD in den Umfragen steigt, droht die große Koalition am Fall Maaßen zu zerbrechen. Eine Rekonstruktion.

Es klingt fast schon wie ein Hilferuf: "Wir haben uns geirrt." Die Causa Maaßen müsse nochmals aufgerollt werden, sagt SPD-Chefin Nahles - und hofft auf Verständnis bei CSU-Chef Seehofer. Die Kanzlerin will nun eine schnelle Lösung.

SPD-Chefin Andrea Nahles will eine Neuverhandlung der Beförderung von Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen. Das geht aus einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer hervor, von dem zuerst "Spiegel Online" berichtet hat. Seehofer ist zu einem Gespräch bereit, ebenso Merkel.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz mahnt nach dem Streit um den Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen wieder zu mehr Sacharbeit innerhalb der Groko. Zudem bekräftige er, dass die SPD die Koalition nicht an der Personalie scheitern lassen wolle.

Für SPD-Chefin Andrea Nahles steht ein Bruch der Koalition nicht zur Debatte. In ihrer Partei aber sieht das mancher anders. Kevin Kühnert und Natascha Kohnen fordern, den Deal zur Zukunft von Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen platzen zu lassen - was für das Regierungsbündnis die nächste Belastungsprobe wäre. 

Die SPD-Chefin ist in Erklärungsnot. Warum hat sie den Wechsel des Verfassungsschutzpräsidenten ins Seehofer-Ministerium abgenickt? Schützenhilfe bekommt sie ausgerechnet von der Kanzlerin.

Nicht nur bei der Opposition ist die Empörung groß: Dass Horst Seehofers seinen Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen zwar entlassen, ihn aber gleichzeitig zwei Gehaltsstufen höher als Staatssekretär im Innenministerium platziert hat, wird auch innerhalb der SPD scharf kritisiert.

Die SPD hat die Ablösung von Hans-Georg Maaßen an der Spitze des Verfassungsschutzes befördert. Doch der Preis ist hoch. Aus Sicht mancher Genossen zu hoch. Hat sich Parteichefin Nahles verpokert?

Der Koalitionskrimi hat ein unerwartetes Ende genommen. Verfassungschef Hans-Georg Maaßen muss zwar seinen Posten räumen, wie es die SPD gefordert hat. Jedoch wird er gleichzeitig befördert. Damit haben die Genossen nicht gerechnet. Geht der Streit in die nächste Runde?

Ein Treffen im Kanzleramt soll Klarheit über die Zukunft von Hans-Georg Maaßen bringen. Der Geheimdienstchef könnte weggelobt werden - eine Aufgabe im Innenministerium ist im Gespräch. Auch Namen möglicher Nachfolger kursieren bereits.

Muss Verfassungsschutz-Chef Maaßen gehen? Ein Treffen im Kanzleramt soll eine Klärung im Berliner Koalitionsdrama bringen. Niemand wolle die Koalition sprengen, wird beteuert. Aber nachgeben will auch keiner. Unterdessen kursieren schon Namen für einen Nachfolger.

Aktuellen Medienberichten zufolge soll sich Bundeskanzlerin Angela Merkel nun endgültig dazu durchgerungen haben, den äußerst umstrittenen Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maaßen in die Wüste zu schicken. Entgegen dem Willen ihres Innenministers. Es scheint alles auf eine finale Machtprobe zwischen Merkel und Horst Seehofer hinauszulaufen.