Die Verhandlungen wegen einer Vollmitgliedschaft der Türkei innerhalb der EU haben durch die jüngsten Ereignisse einen starken Dämpfer erlitten. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will den Beitrittsprozess offenbar wieder in Gang bringen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat an die EU appelliert, die Türkei als Vollmitglied aufzunehmen.

Nur so könne diese einen Schritt nach vorne machen, sagte Erdogan nach Angaben der staatlichen Agentur Anadolu am Sonntag bei einer Rede im Parlament nach der Sommerpause.

Die Türkei werde mit Freude einen Beitrag zur "Zukunft Europas" leisten. Er betonte demnach jedoch auch, es "mache nichts", wenn die EU die Türkei nicht aufnehme. Die Türkei werde ihren eigenen Weg weiter voranschreiten.

Angespannte Beziehungen

Die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU sind seit langem angespannt. Vor allem im Verhältnis zwischen Berlin und Ankara herrscht Eiszeit.

Zahlreiche Deutsche sitzen seit dem Putschversuch im Juli 2016 in türkischer Untersuchungshaft, darunter der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel.

Die Türkei macht den in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen für den gescheiterten Putsch verantwortlich. Sie geht hart gegen mutmaßliche Unterstützer vor.

Das Land befindet sich seit mehr als einem Jahr im Ausnahmezustand. Erdogan verteidigte den Notstand am Sonntag erneut. Dieser sei im Kampf gegen den Terror nötig, sagte er. Die Gülen-Bewegung gilt in der Türkei als Terrororganisation.

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Katalonien: Unabhängigkeitsreferendum droht zu eskalieren

In Spaniens autonomer Region Katalonien findet ungeachtet aller Proteste der Zentralregierung ein Referendum zur Unabhängigkeit statt. Madrid schickt starke Polizeikräfte in die Region, um die Wahl zu unterbinden, es gibt erste Verletzte.

© dpa