Der türkische Außenminister Cavusoglu greift nach der Festnahme zweier Deutscher in Antalya die Bundesregierung scharf an. Bei den beiden Personen habe es sich um Putschisten gehandelt. Deswegen sei die Inhaftierung rechtmäßig. Berlin solle sich zudem auf einem weiteren Grund aus dem Fall heraushalten.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu geht auf Konfrontationskurs zu Berlin. Die Bundesregierung rege sich zu Unrecht wegen der Festnahme der beiden Personen am Flughafen in Antalya am Freitag auf.

Erdogan entlässt fast 1.000 Menschen - der Grund ist derselbe wie so häufig.


Denn dabei handle es sich um Putschisten, die laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu neben der deutschen auch die türkische Staatsbürgerschaft hätten.

Mevlüt Cavusoglu: "Was geht euch das an?"

"Aber was geht euch das an? Das ist auch ein türkischer Staatsbürger, aber Deutschland fragt, warum nehmt ihr meinen Staatsbürger fest?", zitiert die Nachrichtenagentur Außenminister Cavusoglu.

Cavusoglu sagte weiter, Deutschland nehme sich Festgenommenen an, bei denen es sich um mutmaßliche Unterstützer des Putschversuchs handele. "Warum störst Du Dich so sehr daran?"

Die Justiz werde über Schuld oder Unschuld entscheiden. Cavusoglu warf Deutschland zudem erneut vor, Terrororganisationen zu unterstützen.

Die beiden Personen wurden wegen angeblicher Verbindungen zum gescheiterten Militärputsch in der Türkei festgenommen.

Die türkische Führung macht die Bewegung um den in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen dafür verantwortlich.

Details zu den beiden Festgenommenen noch nicht bekannt

Der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge haben sie ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft, aber wahrscheinlich türkische Wurzeln.

Dem Generalkonsulat wurde der telefonische Kontakt zu den beiden Festgenommenen nach Angaben des Auswärtigen Amts zunächst verwehrt.

Das Auswärtige Amt geht nach ersten Informationen davon aus, dass sie aus politischen Gründen festgenommen wurden. Viele Fragen sind aber noch offen.

Derzeit befinden sich 55 deutsche Staatsangehörige in türkischer Haft oder in Polizeigewahrsam. Laut Auswärtigem Amt sind zehn Deutsche und vermutlich auch die zwei jetzt Festgenommenen aus politischen Gründen inhaftiert.

Nach der erneuten Festnahme von Deutschen wird hierzulande über alle Parteigrenzen hinweg die Forderung nach einem schärferen Kurs gegenüber Ankara laut. (cai/dpa)

Bundeskanzlerin Angela Merkel bewegt der Fall des in der Türkei inhaftierten "Welt"-Korrespondenten Denis Yücel. Seine Freilassung hätte hohe Priorität - die Kanzlerin würde sich "nichts mehr wünschen als das".