Beim TV-Duell hatten sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch ihr Herausforderer Martin Schulz scharf gegen Recep Tayyip Erdogan geschossen. Nun weist der Sprecher des türkischen Präsidenten jegliche Kritik zurück.

Der Sprecher des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan hat die Türkei-Kritik von Kanzlerin Angela Merkel und ihres SPD-Herausforderers Martin Schulz beim TV-Duell zurückgewiesen.

Dass die deutsche Politik sich "dem Populismus und der Ausgrenzung" beuge, schüre Diskriminierung und Rassismus, teilte Erdogan-Sprecher Ibrahim Kalin am Montag in einer Reihe von Twitter-Nachrichten mit. Dass die grundsätzlichen Probleme Deutschlands und Europas ignoriert und stattdessen Erdogan und die Türkei angegriffen worden seien, "ist Ausdruck der Kurzsichtigkeit in Europa".

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Schulz hatte am Sonntagabend beim TV-Duell gesagt, er wolle sich als Kanzler bei den EU-Partnern für einen Stopp der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei einsetzen.

Kalin: Deutschland verteidige: "Terroristen und Putschisten"

Merkel plädierte für ein Einfrieren der Beitrittshilfen für die Türkei in Milliardenhöhe. Die Kanzlerin kündigte an, den wirtschaftlichen Druck auf die Türkei zu erhöhen, um die Freilassung der aus politischen Gründen in dem Land inhaftierten Deutschen zu erreichen.

Kalin nannte es bezeichnend, dass sich weder Merkel noch Schulz zu wachsendem Rassismus geäußert hätten. Er bezichtigte Deutschland erneut, Terroristen aus der Türkei Schutz zu bieten. Deutschland verteidige nicht die Demokratie, sondern "Terroristen und Putschisten", hieß es in einer von insgesamt neun Twitter-Nachrichten Kalins.

Der Erdogan-Sprecher teilte mit Blick auf das TV-Duell weiter mit: "Welche Partei die Wahlen in Deutschland gewinnt, hat keine sehr große Bedeutung. Weil nun klar wird, welche Geisteshaltung gewinnt."

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