Der in der Türkei inhaftierte deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner hat vor Gericht die Terrorwürfe gegen ihn zurückwiesen.

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In Istanbul hat am Mittwoch der Prozess gegen den deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner begonnen. Steudtner hat vor Gericht sämtliche Terrorwürfe gegen ihn zurückgewiesen.

"Ich habe nie in meinem Leben irgendeine militante oder terroristische Organisation unterstützt", sagte er am Mittwoch vor dem Istanbuler Gericht.

Steudtner verteidigte sich auf Englisch, eine Übersetzerin übersetzte die Aussagen ins Türkische. Seine Arbeit als Menschenrechtstrainer sei in den vergangenen 20 Jahren stets auf Menschenrechte, Gewaltfreiheit und Friedensbildung ausgerichtet gewesen.

Peter Steudter bietet Mitarbeit am Prozess an

Sein Fokus habe zudem auf afrikanischen Ländern gelegen. Er habe in den vergangenen fünf Jahren in Mosambik, Angola, Kenia, Palästina, Nepal und Myanmar gearbeitet. "Ich habe mich nie auf türkische Organisationen konzentriert oder mit ihnen gearbeitet", sagte er.

Steudtner bedankte sich zudem beim Gericht, dass er die Möglichkeit dazu habe, sich zu verteidigen. Er betonte seine Bereitschaft zur Mitarbeit bei dem juristischen Prozess, wie er es bisher getan habe.

Steudtner und zehn weiteren angeklagten Menschenrechtlern wird "Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation" beziehungsweise "Unterstützung von bewaffneten Terrororganisationen" vorgeworfen.

Dafür drohen ihnen nach unterschiedlichen Einschätzungen zwischen 10 und 15 Jahren Haft. Am 5. Juli war Steudtner bei einem Workshop für Menschenrechtler in Istanbul festgenommen worden. Seit 18. Juli sitzt er in Untersuchungshaft.

Meral Aksener ist eine der schärfsten Gegnerinnen von Recep Tayyip Erdogan in der Türkei - und sagt dem Präsidenten nun den Kampf an. Sie hat eine neue Partei gegründet und will bei den Präsidentschaftswahlen 2019 gegen Erdogan antreten.


© dpa