Große Überraschung aus Kiew: Boxweltmeister Vitali Klitschko hat gegenüber seinen Parteimitgliedern bekanntgegeben, dass er bei den Ukraine-Wahlen nicht mit einer eigenen Kandidatur antreten werde.

Der ukrainische Oppositionspolitiker Vitali Klitschko wird sich bei den Präsidentschaftswahlen Ende Mai nicht zur Wahl stellen. Wie "Bild.de" berichtet, habe Klitschko seinen Entschluss am Samstagvormittag den Parteimitgliedern bekanntgegeben. Der Boxweltmeister wolle nun Petro Poroshenko unterstützen. Der Ex-Minister gilt laut einer Umfrage des ukrainischen Meinungsinstituts SOCIS mit 25 Prozent als haushoher Favorit für den Posten des Staatschefs. Vitali Klitschko käme demnach auf 8,9 Prozent, gefolgt von Julia Timoschenko mit sieben Prozent.

Poroschenko gilt als Co-Financier der jüngsten Massenproteste auf dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan) - und der prowestlichen Orangenen Revolution von 2004.

Dem 48 Jahre alten Unternehmer gehören der einflussreiche Fernsehsender 5. Kanal sowie der Süßwarenkonzern Roshen, was ihm den populären Spitznamen "Schokoladenkönig" einbrachte.

Vitali Klitschko hatte immer wieder betont, dass ein gemeinsamer Kandidat "aller demokratischen Parteien" äußerste Priorität für die Stabilisierung der Ukraine habe. Er warnte davor, dass "nationale Egoismen" keine Rolle spielen dürften. Klitschko kündigte zugleich an, er wolle sich am 25. Mai um das Amt des Bürgermeisters von Kiew bewerben. "Ich will Kiew zu einer wirklich europäischen Stadt machen", betonte der 42 Jahre alte Chef der Partei Udar (Schlag).

Nach der Absetzung des Präsidenten Janukowitsch und der Bildung einer Übergangsregierung unter der Leitung von Alexander Turtschinow herrscht in der Ukraine Wahlkampf. (kom/dpa)