Die Regierungskoalition hat sich jetzt auf ein überarbeitetes Heizungsgesetz geeinigt. Während die Ampel-Parteien der Vorgängerregierung Untätigkeit vorwerfen, hagelt es Kritik von der Opposition.

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Unionsfraktionsvize Jens Spahn (CDU) hat die Ampel-Koalition wegen des ungewöhnlichen Vorgehens beim Heizungsgesetz scharf angegriffen. Spahn sprach von einem "verkorksten" Verfahren, das eine "Zumutung" sei. Der Bundestag befasse sich nun mit einem veralteten Gesetz, sagte er am Donnerstag bei der ersten Lesung des Entwurfs für einen schrittweisen Austausch von Öl- und Gasheizungen.

Jens Spahn im Bundestag
CDU-Fraktionsvize Jens Spahn geht mit dem Ampel-Heizungsgesetz hart ins Gericht. © IMAGO/Political-Moments

Ampel verteidigt Notwendigkeit des Heizungstauschs

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Bauministerin Klara Geywitz (SPD) verteidigten den Kurs der Koalition. Sie betonten vor dem Hintergrund des Kampfes gegen den Klimawandel die Notwendigkeit des Heizungstauschs.

Eine Spitzenrunde von SPD, Grünen und FDP hatte sich am Dienstag auf wesentliche Änderungen am ursprünglichen, vom Kabinett beschlossenen Entwurf zum Gebäudeenergiegesetz (GEG), dem sogenannten Heizungsgesetz, verständigt. Angestrebt wird, dass der Bundestag das Gesetz noch vor der Sommerpause verabschiedet, die nach dem 7. Juli beginnt.

"Die Ampel und das GEG, das ist längst ein Running Gag, nur kein lustiger", beklagte Spahn, der von einem "Gesetz für die Tonne" sprach. Die FDP habe der Verabschiedung im Kabinett zugestimmt, um danach eine 180-Grad-Wende durchzusetzen. Das fördere Frust an der Politik. Es gebe viele Ungenauigkeiten, etwa zur Förderung des Umstiegs.

Habeck sagte, die Ampel habe von der Vorgängerregierung aus Union und SPD eine große Klimalücke geerbt. Sie sei durch Maßnahmen der Koalition bereits verringert worden. Für mehr Klimaschutz sei eine Umkehr im Wärmebereich unumgänglich. Durch die geplanten Änderungen ändere sich der "Eingang" in das Gesetz. Das Gebäudeenergiegesetz soll mit einem Gesetz zur kommunalen Wärmeplanung verknüpft werden.

Auch Geywitz kritisierte, unter den Vorgängerregierungen sei viel zu wenig passiert, um bis 2045 Klimaneutralität auch im Gebäudebereich erreichen zu können. Die nun geplante Verknüpfung mit der Wärmeplanung sei sinnvoll. Die Menschen wollten Orientierung. Geywitz sagte weiter, die Preise für Öl und Gas würden in den kommenden Jahren durch die CO₂-Bepreisung steigen.

Opposition geht hart mit Ampel-Regierung ins Gericht

FDP-Fraktionsvize Lukas Köhler erklärte: "Der Fokus des Gesetzes war falsch." Dies sei zuerst allein auf die Heizung ausgerichtet gewesen, jetzt hingegen müsse der Staat vorlegen und erklären, wie es um die Wärmenetze vor Ort bestellt sei, und dann könnten die Bürger auf dieser Grundlage entscheiden.

Der AfD-Politiker Karsten Hilse sprach von einer "grünen Klimasekte" und einem verheerenden Gesetzentwurf. Es sollten alle Bürger in ein "Klimajoch" gepresst werden.

Ralph Lenkert von der Linksfraktion nannte die Kommunikation der Ampel zum Heizungsgesetz "zum Kotzen". Er sagte: "Ich hoffe – und wenn ich religiös wäre, würde ich beten – dass Sie die Wärmewende nicht komplett vor die Wand gefahren haben."

Konkret geht es bei den Änderungen im GEG darum, dass den Hauseigentümern in Deutschland mehr Zeit für den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen gewährt werden soll. Auch Mieter sollen nicht über die Maßen belastet werden. Gelten soll das Gesetz zum 1. Januar 2024, es sind aber viele Übergangsfristen geplant. Demnach kann es je nach Wärmeplanung in der Kommune bis 2028 dauern, bis schärfere Regeln bei einem Heizungsaustausch gelten. (dpa/the)

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