Washington - Im US-Präsidentschaftswahlkampf ist die erste TV-Debatte zwischen dem demokratischen Amtsinhaber Joe Biden und dem republikanischen Herausforderer Donald Trump überraschend schon für Ende Juni angesetzt. Der Fernsehsender CNN kündigte an, das Duell am Abend des 27. Juni (nach deutscher Zeit 28. Juni) in Atlanta im Bundesstaat Georgia auszurichten. Biden hatte kurz zuvor vorgeschlagen, die Fernsehdebatten vorzuziehen und bereits kommenden Monat zu starten - anders als von einer zuständigen Kommission geplant. Trump willigte ein.

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Eine weitere TV-Debatte zwischen den beiden ist für den Abend des 10. September (nach deutscher Zeit 11. September) geplant. Diese soll der US-Fernsehsender ABC ausrichten. Biden bestätigte seine Teilnahme an beiden Runden auf der Plattform X, Trump tat dies wiederum auf der von ihm mit begründeten Plattform Truth Social. Trumps Wahlkampfteam warb zugleich in einem Brief an die Biden-Kampagne, nicht nur zwei, sondern vier TV-Debatten zwischen Biden und Trump abzuhalten: im Juni, Juli, August und September.

Dass die erste Fernsehdebatte bereits im Juni stattfindet, ist ungewöhnlich. Biden und Trump sollen erst im Juli und August bei Nominierungsparteitagen zu den offiziellen Kandidaten ihrer Parteien gekürt werden. In den USA gibt es eine überparteiliche Kommission, die traditionell für die Organisation der Fernsehdebatten von Präsidentschaftskandidaten zuständig ist. Diese hatte bereits im vergangenen November Termine für drei TV-Debatten festgelegt: am 16. September im Bundesstaat Texas, am 1. Oktober im Staat Virginia und am 9. Oktober im Staat Utah.

Vizepräsidenten sollen sich am 25. September duellieren

Außerdem hatte die Kommission eine Debatte der beiden Kandidaten für das Vizepräsidentenamt für den 25. September im Bundesstaat Pennsylvania geplant. Biden geht erneut mit seiner Stellvertreterin Kamala Harris bei der Wahl ins Rennen. Trump hat noch nicht verkündet, wen er an seiner Seite haben will. Wann die Vizepräsidenten-TV-Debatte stattfinden könnte, war zunächst noch unklar.

Mit dem neuen Vorstoß setzen sich Biden und Trump über die Pläne der Kommission hinweg. Auf Drängen von Bidens Wahlkampfteam hin soll bei der Debatte Ende Juni kein Publikum im Fernsehstudio anwesend sein. CNN schrieb zur Begründung, dies solle sicherzustellen, "dass die Kandidaten die ihnen zustehende Zeit optimal nutzen können". Trump hatte eigentlich dafür plädiert, "aus Gründen der Spannung" einen sehr großen Veranstaltungsort zu wählen, auch wenn Biden offenbar Angst vor Menschenmassen habe.

Der parteilose US-Präsidentschaftsbewerber Robert F. Kennedy, der bei der Wahl gegen Biden und Trump ins Rennen gehen will, beklagte sich auf X, die beiden wollten ihn bewusst von den TV-Debatten ausschließen, "weil sie Angst haben, dass ich gewinnen könnte".   © Deutsche Presse-Agentur

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