Angela Merkel hat Donald Trumps Ankündigung, Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte erheben zu wollen, scharf kritisiert. Der reagiert völlig gelassen auf jede Kritik.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte kritisiert. "Die Bundesregierung lehnt solche Zölle ab", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin.

"Diese Zölle würden die internationalen Handelsströme unserer Stahl- und Aluminiumindustrie empfindlich treffen." Das Problem der weltweiten Überkapazitäten in diesen Bereichen lasse sich mit solchen einseitigen Maßnahmen der USA nicht lösen. Man stehe an der Seite der für Handelspolitik zuständigen EU-Kommission, die bereits Vergeltungsmaßnahmen angekündigt hat.

Ein "Handelskrieg" könne "in überhaupt niemandes Interesse sein", betonte Seibert, auch nicht in dem der US-Wirtschaft: "Wir haben immer wieder betont, dass wir ein sehr großes Interesse haben, mit Amerika eine lebendige, eine faire, eine freie Wirtschaftpartnerschaft, Handelspartnerschaft zu haben."

Trump zeigt sich völlig unbeeindruckt

Ein Argument, dass Trump ganz offensichtlich völlig unbeeindruckt lässt.

"Wenn ein Land (USA) viele Milliarden Dollar im Handel mit praktisch jedem Land verliert, mit dem es Geschäfte macht, dann sind Handelskriege gut - und einfach zu gewinnen", schrieb er am Freitag in dem Kurznachrichtendienst Twitter.

"Beispiel: Wenn wir ein 100-Milliarden-Dollar-Defizit mit einem Land haben und sie das ausnutzen, handeln wir nicht mehr - und machen einen Riesengewinn. Es ist so einfach!"

Intensiver Austausch mit EU-Kommission

Eine Haltung, die nicht nur die deutsche Regierung vor den Kopf stoßen dürfte. Ob die Kanzlerin am Vorabend bei ihrem Telefonat mit Trump auch über die Strafzölle gesprochen habe, wollte Regierungssprecher Seibert nicht eindeutig beantworten. Der US-Regierung sei die deutsche Haltung zu Handelsfragen bekannt, Merkel habe darüber mit Trump mehrfach gesprochen.

Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte, man sei in "intensivem Austausch" mit der EU-Kommission. "Aus Deutschland importieren die USA lediglich vier Prozent der Stahl-Importe." Wie viel Prozent der deutschen Stahl-Exporte in die USA gehen, konnte sie nicht sagen.

Man halte Trumps Ankündigung weder für ökonomisch begründbar noch für konform mit den Regeln der Welthandelsorganisation WTO. Über Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft wolle sie "nicht spekulieren", sagte die Sprecherin.  © dpa

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