Zum fünften Mal binnen weniger Wochen ahndet Twitter einen Urheberrechtsverstoß von US-Präsident Trump oder seinem Team. Diesmal legt die Band Linkin Park Beschwerde ein.

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Twitter ist erneut gegen einen Inhalt des Accounts von US-Präsident Donald Trump vorgegangen. Dieses Mal ging es um den Video-Tweet eines Social-Media-Mitarbeiters des Weißen Hauses, den Trump weiterverbreitet hatte. Das Video ist nun weder im Originaltweet noch in Trumps Konto zu sehen.

Twitter teilte mit, das mit einer Coverversion des Songs "In the End" der Rockgruppe Linkin Park unterlegte Video sei nach einer Urheberrechts-Beschwerde deaktiviert worden. An Stelle des Videos steht im Tweet nun: "This media has been disabled in response to a report by the copyright owner" - übersetzt: Dieser Inhalt wurde als Antwort auf eine Beschwerde des Rechteinhabers gesperrt.

Chester Bennington als Trump-Kritiker bekannt

Aus dem Eintrag in der auf solche Fälle spezialisierten Lumen-Datenbank geht hervor, dass sich die von der Band selbst gegründete Firma Machine Shop beschwert hatte. Vom US-Präsidialamt war zunächst kein Kommentar zu erhalten.

Der 2017 verstorbene Sänger der Band, Chester Bennington, war ein Trump-Kritiker und hatte den US-Präsidenten als "eine größere Gefahr für die USA als Terrorismus" bezeichnet. Auch einer der an der Coverversion beteiligten Künstler hat sich auf Twitter gegen die Verwendung des Songs ausgesprochen und Trump wüst beschimpft.

Es ist mindestens der fünfte Urheberrechtsverstoß von Trump oder seinem Team innerhalb weniger Wochen, den Twitter ahndet. Zuletzt hatte der US-Präsident ein Foto der "New York Times" für ein Meme verwendet, ohne dafür eine Erlaubnis oder Lizenz zu haben.

Berichten zufolge haben eine Reihe von Musikern Trump die Nutzung ihrer Lieder untersagt, darunter Rihanna, die Rolling Stones, Ozzy Osbourne, Pharrell Williams und die Familie des ebenfalls 2017 verstorbenen Tom Petty.

Bereits früher hatte Twitter Nachrichten des Präsidenten mit Faktenchecks oder mit einem Warnhinweis versehen, in einem Fall wegen Gewaltverherrlichung.  © DER SPIEGEL

Ivanka und Donald Trump werben für Bohnen und ernten Kritik

Ivanka Trump hat auf Twitter Werbung für Bohnen des Konzerns "Goya Foods" gemacht. Auch ihr Vater, US-Präsident Donald Trump, hatte zuvor via Twitter für die Bohnen geworben. Die Aktion ist umstritten, da es Staatsbediensteten in den USA eigentlich verboten ist, Werbung zu machen. (Teaserbild: imago images / ZUMA Wire)