Die Suche nach dem Bombenattentäter in den USA geht weiter - wer verschickte die gepolsterten Umschläge mit Rohrbomben an bekannte Demokraten und prominente Kritiker Donald Trumps? Die Angst vor weiteren Briefbomben wächst, das FBI gerät bei seinen Ermittlungen unter Erfolgsdruck. Doch es gibt eine Spur.

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Nach dem Versand mehrerer Rohrbomben an bekannte Demokraten und Kritiker von Präsident Donald Trump in den USA läuft die Fahndung nach dem Absender auf Hochtouren.

Ermittler entdeckten am Donnerstag Sendungen an Ex-Vizepräsident Joe Biden und Schauspieler Robert De Niro, beide hatten Trump in der Vergangenheit scharf kritisiert. Die Pakete glichen denen, die an den früheren Präsidenten Barack Obama, Ex-Außenministerin Hillary Clinton und andere verschickt wurden. Insgesamt stieg die Zahl der seit Montag adressierten Trump-Gegner damit auf acht, die Zahl der Pakete auf zehn. Verletzt wurde niemand.

Fahndung nach Paketversendern hält an

Die Untersuchung der Pakete und die Fahndung nach dem Absender dauere an, sagte der stellvertretende FBI-Direktor William Sweeney bei einer Pressekonferenz in New York. Einzelheiten wollte er zunächst nicht nennen.

Einige der Pakete waren per Post geliefert, andere persönlich zugestellt worden. In den vergangenen Stunden sei zunächst kein neues verdächtiges Paket gefunden worden, sagte ein Vertreter des amerikanischen Postdiensts USPS.

Von wo die Pakete abgeschickt wurden, ist noch unklar. Doch es gibt eine Spur. Der Sender Fox News berichtet unter Berufung auf zwei nicht genannte Quellen, dass Florida "eine Region von Interesse" sei:

Weiter unklar war, welchen Schaden die Sprengsätze bei einer Explosion hätten anrichten können.

FBI und Polizei erklärten, dass es sich "offensichtlich um Rohrbomben" handle. Mindestens eine Bombe bestand Berichten zufolge aus einem mit Schwarzpulver und Glassplittern gefüllten PVC-Rohr, das auch mit einem Zünder verbunden war. US-Medien berichteten übereinstimmend von Rohrbomben. Eine endgültige Klärung der Behörden, ob unter den Sendungen auch Attrappen waren, gab es nicht.

"Diese Objekte sollten als gefährlich angesehen werden", sagte der stellvertretende FBI-Direktor Sweeney. Ein weißes Pulver, das in einem an den Nachrichtensender CNN geschickten Paket enthalten war, habe sich jedoch bei einer ersten Untersuchung nicht als "biologische Gefahr" entpuppt. Ein UN-Sprecher sagte, auch bei den Vereinten Nationen in New York werde eingehende Post nun "mit Blick auf die Vorfälle" geprüft.

Präsident Trump, der am Mittwoch zunächst sanftere Töne angeschlagen und die Amerikaner zu Zusammenhalt aufgerufen hatte, gab am Donnerstag liberalen Medien eine Mitschuld.

Sie vergifteten die Stimmung im Land, schrieb er auf Twitter. "Ein sehr großer Teil des Ärgers, den wir heute in unserer Gesellschaft feststellen, wird verursacht durch die absichtlich falsche und ungenaue Berichterstattung in den Mainstream-Medien, die ich als Fake News bezeichne."

Adressaten der Paketbomben scharfe Kritiker Donald Trumps

Kritiker sahen sich in ihren Vorwürfen an den Präsidenten bestätigt, mit seiner Rhetorik die Spaltung der Gesellschaft voranzutreiben. Zumal mit Blick auf einen bevorstehenden Schlüsseltermin: In den USA stehen am 6. November Kongresswahlen an.

Die Adressaten der Päckchen hatten Trump vor und nach seinem Amtsantritt scharf attackiert und teils auch beleidigt. Die gepolsterten Umschläge waren jeweils mit sechs Briefmarken frankiert und trugen als Absender den Namen der Abgeordneten Debbie Wasserman Schultz, die von 2011 bis 2016 Parteichefin der Demokratischen Partei war. Die Adressen waren gedruckt und nicht von Hand geschrieben. Laut New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio stammten die Päckchen vermutlich vom selben Täter.

Die Päckchen gingen seit Montag auch an den früheren CIA-Direktor John Brennan, Ex-Justizminister Eric Holder, die demokratische Abgeordnete Maxine Waters und den Milliardär George Soros, der Hillary Clinton und andere Demokraten mit Wahlkampfspenden in Millionenhöhe unterstützt hatte. Sie gehören wie auch Obama und Clinton zu den Zielscheiben der politischen Rechten. (szu/dpa/afp)

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