Mit Jeffrey Lord hat CNN den letzten verbliebenen Pro-Trump-Kommentator des Senders gefeuert. Grund dafür war eine "unhaltbare" Entgleisung, die der konservative Amerikaner über Twitter von sich gab.

CNN hat sich von einer seiner am heftigsten polarisierenden Persönlichkeiten getrennt.

Jeffrey Lord galt als letzter verbliebener Pro-Donald-Trump-Kommentator des US-Nachrichtensenders. Nun wurde ihm ein Social-Media-Beitrag zum Verhängnis.

"Sieg heil" als Antwort an Medienaktivisten

Lord schrieb bei Twitter "Sieg heil" als Antwort an Angelo Carusone, den Chef der liberalen Interessensvertretung Media Matters for America.

In den vergangenen Tagen waren die beiden Männer in dem sozialen Netzwerk bereits mehrmals aneinandergeraten. Lord bezeichnete die Aktivisten wiederholt als "Faschisten".

CNN reagierte umgehend auf den "Sieg heil"-Tweet des konservativen Kommentators und verkündete am Donnerstagabend die Trennung von Jeffrey Lord.

Jeffrey Lord fühlt sich missverstanden

"Nazi-Grüße sind unhaltbar", hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. "Jeffrey Lord ist nicht länger Teil des Netzwerks".

Eine Reaktion des Kommentators ließ nicht lange auf sich warten. Sein Tweet sei missverstanden worden. Er habe sich über Faschisten lustig machen und nicht wie einer handeln wollen.

Auch bei Twitter folgte eine rasche Stellungnahme, die allerdings knapper nicht hätte ausfallen können.

Lord twitterte lediglich das Wort "LOL!", das für Laughing Out Loud steht. Der Trump-Befürworter scheint bezüglich seiner Entlassung hauptsächlich Belustigung zu verspüren.

Kein Kommentator aus Trumps Lager bei CNN

Jeffrey Lord hatte bereits unter Präsident Ronald Reagan für die US-Regierung gearbeitet und wechselte im August 2015 zu CNN.

Kritiker betonten stets, dass seine Anwesenheit bei dem Sender dazu führe, dass die Atmosphäre der Berichterstattung eher an die einer professionellen Wrestling-Übertragung erinnere.

Nur wenige Tage vor Lords Entlassung hatte mit Kayleigh McEnany eine weitere Kommentatorin aus dem Trump-Lager den Sender verlassen.

Die 29-Jährige verliest inzwischen Botschaften auf Donald Trumps Nachrichtenformat "Real News" bei Facebook. (fte)