Donald Trump gerät immer mehr unter Druck: Die jüngste Enthüllung der "New York Times" über ein Sprachmemo vom geschassten FBI-Chef James Comey scheint die Affäre nun auf ein ganz anderes Level zu heben.

Innerhalb der eigenen Partei bröckelt der ohnehin schon angeschlagene Rückhalt Trumps immer mehr.

Affäre um "I hope you can let this go"

Grund dafür ist eine angebliche Sprachmemo an EX-FBI-Chef Comey nach einem Meeting im Weißen Haus.

Mit der simplen Aufforderung "I hope you can let this go", also "Ich hoffe, Sie können das sein lassen", soll sich Donald Trump nun weiter in Bedrängnis gebracht haben.

Mit dieser Aufforderung soll er sich auf die Ermittlungen gegen den ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater Michael T. Flynn bezogen haben.

Der musste Mitte Februar als Nationaler Sicherheitsberater zurücktreten. Grund waren Ungereimtheiten bezüglich seiner Kontakte nach Russland.

Die Vorwürfe, dass Russland die US-Wahl zugunsten Trumps manipuliert habe, sind seitdem nicht mehr abgerissen. Im Gegenteil: Immer mehr Politiker auch aus den eigenen Reihen fordern Konsequenzen.

Parteikollegen äußern sich drastisch

Einer der prominentesten Trump-Gegner ist der Republikanische Senator John McCain aus Arizona.

Er sagte dem Nachrichten-Portal "Daily Beast": "Ich denke, wir haben diesen Film schon einmal gesehen. Ich glaube, dass das jetzt an einem Punkt angelangt ist, der der Tragweite und Bedeutung von Watergate entspricht." Jeden Tag komme ein neuer Aspekt dazu.

Parteikollege Jason Chaffetz wird da zwar nicht ganz so direkt, droht allerdings auf Twitter mit rechtlichen Konsequenzen: "Ich muss das besser früher als später sehen. Ich hab meinen "Subpoena-Stift" schon zur Hand."

Als "Subpoena" bezeichnet man nach amerikanischem Recht unter Androhung einer Strafe, bestimmte Auskünfte oder Beweismittel vorzulegen.

Chaffetz ist der Vorsitzende des s.g. House Oversight Commitee, dem mächtigen Untersuchungs-Organ des Repräsentantenhauses.

Selbst der Sprecher des Repräsentantenhauses Paul Ryan scheint mittlerweile die Geduld zu verlieren. Er gilt als einer der wenigen hochrangigen Republikaner, die Trump unterstützen.

Sein Sprecher sagt im Interview mit CNN jetzt allerdings: "Wir brauchen alle Fakten, und es ist angemessen, dass das House Oversight Committee diese Memo fordert."

Bill Kristol gilt als intellektuelles Sprachrohr der Republikaner. Er ist Herausgeber des "Weekly Standart" und äußert sich auf Twitter ebenso über den Skandal: "Ich bin mir sicher, dass da eine gewisse Sympathie für Flynn in der Bitte an Comey dabei war. Aber mal darüber nachgedacht, was Flynn über Trump enthüllen könnte?


Ein Präsident außer Kontrolle

Vertreter der Demokratischen Partei werden in ihrer Einschätzung noch viel direkter. Der Vorsitzende der Partei Tom Perez schreibt: "Dieser Präsident ist außer Kontrolle. Republikaner: Erledigt euren Job oder steht auf der falschen Seite der Geschichte."

Nancy Pelosi, die Fraktionsvositzende der Demokraten im Repräsentantenhaus, schreibt auf Twitter: "Im besten Fall hat Trump einen schweren Missbrauch seiner exekutiven Macht begangen, im schlimmsten Fall hat er die Justiz behindert."

Auch der ehemalige Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders kommentiert den Skandal: "Wir brauchen einen speziellen Ermittler um eine unabhängige Aufklärung zu gewährleisten. [...] Es ist ein trauriger Tag für unser Land."