US-Präsident Donald Trump hat den FBI-Chef James Comey gefeuert. Der steckte mit seiner Behörde gerade mitten in den Russland-Ermittlungen. Worum geht es dabei? Und wieso könnte die Affäre gefährlich werden für Trump?

Ein politisches Erdbeben hat am Dienstagabend die USA erschüttert: Völlig überraschend hat Präsident Donald Trump FBI-Chef James Comey aus dem Amt geworfen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Entlassung und der damit verbundenen Russland-Affäre.

Was untersuchte Comey mit dem FBI?

Grundsätzlich geht es um eine mögliche Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahl durch Russland. Untersucht wird seit März diesen Jahres, welche unrechtmäßigen Verbindungen es zwischen Donald Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung gab.

Trumps ehemaliger Sicherheitsberater Michael Flynn stolperte bereits im März über ein Telefonat mit einem russischen Botschafter, das er zunächst abstritt.

Nach einer Befragung durch das FBI ließ das Weiße Haus Flynn fallen, vermutlich, weil er gelogen hatte.

Comey hatte die Kontakte zwischen Mitgliedern des Trump-Teams und russischen Offiziellen im März bestätigt.

Was hat das mit Comeys Entlassung zu tun?

Die Entscheidung, Comey als FBI-Chef zu entlassen, kam sehr überraschend und wurde mit dessen Verhalten in der E-Mail-Affäre Hillary Clintons begründet. Damals waren nach einem Hackerangriff auf die Demokratische Partei der Präsidentschaftsbewerberin fast 20.000 gehackte E-Mails aus dem Parteivorstand veröffentlicht worden. Nach und nach folgten weitere Dokumente, die unter anderem interne Machtkämpfe bei den Demokraten offenbarten.

Von dieser hatte der Wahlkämpfer Trump 2016 allerdings sehr profitiert.

US-Medien und die Demokraten vermuteten nun, dass die Russland-Ermittlungen des FBI der wahre Grund für die Entlassung sind.

Welche weiteren Konsequenzen könnten die Russland-Ermittlungen nach sich ziehen?

Bereits nach der Entlassung Flynns wurde spekuliert, dass die Affäre nicht auf Flynn begrenzt sein dürfte.

Die Entlassung Comeys zeigt nun: Viele tiefere Zusammenhänge sind ungeklärt.

Die US-Regierung ringt um Transparenz, Ehrlichkeit, Vertrauen und Kompetenz.

Demokratische Abgeordnete forderten am Dienstag erneut die Einsetzung eines unabhängigen Sonderermittlers. Trump habe wiederholt versucht, die Russland-Ermittlungen abzuwürgen, erklärte der frühere demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders.

Die Entscheidung zur Entlassung Comeys werfe die ernste Frage auf, was die Regierung verberge. Trumps Entscheidung - nur wenige Tage vor der geplanten Aussage Comeys vor dem Geheimdienstausschuss des Senates - sei "sehr verstörend".

Für Sanders ist klar, dass der von Trump handverlesene künftige FBI-Chef diese Ermittlung nicht objektiv führen können wird.

Können die Ermittlungen Trump schaden?

Die Untersuchungen gegen Trumps Team werfen seit Monaten einen Schatten auf die Präsidentschaft des Republikaners.

Experten glauben: Wenn Trump etwas zum Verhängnis werden kann, dann die Russland-Affäre. Das sind aber bislang Spekulationen.

Wieder fällt das Stichwort "Watergate". Warum?

Watergate steht für den größten Politskandal der USA, einer Amtsenthebung kam Präsident Richard Nixon 1974 durch seinen Rücktritt zuvor.

Trump selbst hatte im Wahlkampf gesagt, Clintons E-Mail-Affäre sei größer als Watergate.

"Flynngate" blieb für Trump zunächst ohne Konsequenzen. Doch nach der Entlassung Comeys wird der US-Präsident von manchen wieder mit Nixon verglichen.

Auch wenn das verfrüht sein mag, werden Parallelen gezogen zwischen der Isoliertheit, Unbeliebtheit und großen Problemen beider Präsidenten. (she/dpa)