US-Präsident Donald Trump wettert weiter gegen die Sonderermittlungen in der Russland-Affäre. Sie seien "schädlich" für das Land. Und er macht eine Bestandsaufnahme der USA 2017, der wohl nicht zu widersprechen ist - leider.

Donald Trump hat seine Kritik an der Einsetzung eines Sonderermittlers verschärft.

Ex-FBI-Chef soll Russland-Kontakte des US-Präsidenten untersuchen.


Dass Robert Mueller - ein angesehener Jurist und ehemaliger FBI-Chef - nun die mögliche Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf und eine mögliche Verstrickung des Trump-Teams untersucht, "schade dem Land furchtbar", zitierten ihn die Fernsehsender CNN und CNBC.

Während Politiker aller Parteien die Berufung Muellers begrüßt hatten, erklärte Trump, der Schritt sei "sehr, sehr negativ".

Die USA: "gespalten" und "aufgerüttelt"

Seine Begründung: "Ich glaube, es trifft unser Land sehr hart, weil es zeigt, dass wir gespalten sind, aufgerüttelt, ein nicht geeintes Land", sagte Trump. Dabei gäbe es wichtige Dinge zu erledigen.

In der Pressekonferenz anlässlich des Besuchs des kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos wies Trump außerdem Vorwürfe zurück, er habe den ehemaligen FBI-Chef James Comey zur Beendigung von Ermittlungen gegen seinen früheren, inzwischen entlassenen Sicherheitsberater Michael Flynn aufgefordert.

Sonderermittler Mueller untersucht Trumps Russland-Verbindungen.


"Nein!", sagte Trump auf eine entsprechende Reporterfrage.

Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass Comey eine Gesprächsnotiz nach einer Unterredung mit Trump verfasst hatte, die genau dies nahe legt. "Ich hoffe, Sie können das sein lassen", habe Trump zu Comey gesagt.

Die Gesprächsnotiz hatte ein Comey-Vertrauter der "New York Times" in Auszügen vorgelesen.

Comey soll am nächsten Mittwoch vor Mitgliedern des Repräsentantenhauses aussagen. Kritiker befürchten, Trump habe Comey nur entlassen, weil dieser die Russland-Verbindungen von Trumps Wahlkampfteam untersuchte.

Vorwürfe, er habe sich in der Vergangenheit strafbar gemacht, seien "völlig lächerlich", sagte hingegen Trump.

Selbst Mitglieder der republikanischen Partei gehen zwischenzeitlich auf Abstand zu Trump. Natürlich habe der Präsident das Recht, seine Meinung zu sagen, erklärte der Senator Marco Rubio. "Aber wir leben in einem Rechtsstaat." (dpa/mcf)

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