US-Präsident Donald Trump hat möglicherweise Muslime verunglimpfende Inhalte einer rechtsgerichteten britischen Aktivistin verbreitet. Auf seinem Twitter-Account leitete Trump am Mittwoch die Einträge der Britin Jayda Fransen weiter, der Vizechefin der Gruppierung "Britain First".

Fransen war vor einem Jahr von einem britischen Gericht wegen Beleidigung einer Muslimin verurteilt worden und unterliegt einem gerichtlich verhängten Zutrittsverbot zu Moscheen und anderen Einrichtungen in England und Wales.

US-Präsident verbreitet Videos von "Britain First"

Konkret leitete der Account von Donald Trump unter anderem ein von Fransen eingestelltes Video weiter, auf dem mutmaßliche Islamisten einen Mann von einem hohen Sockel eines Hausdaches werfen und ihn prügeln. Der Mann soll dabei getötet worden sein.

Auf einem weiteren weitergeleiteten Video ist zu sehen, wie ein Mann in traditionell muslimischer Kleidung und mit langem Bart eine künstlerisch gestaltete Figur zu Boden fallen und dort zerschellen lässt. Bei der Figur soll es sich um ein Abbild der Jungfrau Maria handeln.

Auf einem anderen, von Trump weitergeleiteten Video Fransens ist zu sehen, wie ein dunkelhaariger junger Mann einen blonden jungen Mann schlägt und mit Füßen tritt. Angeblich soll es sich dabei um einen Übergriff eines jungen Muslims auf einen niederländischen Mann handeln.

"Britain First" geht aus rechtsradikaler BNP hervor

In einem weiteren Video versucht ein Mann angeblich, eine an Krücken gehende Person von einem Dach zu schubsen. Die Authentizität der Filme ist nicht belegt.

Die Gruppierung "Britain First" war 2011 von Mitgliedern der rechtsradikalen British National Party (BNP) gegründet worden. Diese gilt als homophob und verbreitet völkischen Nationalismus. Experten unterstellen der BNP neofaschistische Tendenzen.

Im Juni 2016 hatte ein Gewalttäter die Worte "Britain First" gerufen, nachdem er kurz vor dem Brexit-Votum die Parlamentarierin Jo Cox ermordet hatte. Deren Ehemann Brandan Cox verurteilte am Mittwoch Trumps Unterstützung für die Tweets.© dpa