"Die EU ist ein Feind": Donald Trumps Verbalattacken im Handelsstreit

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Gelingt es Jean-Claude Juncker in letzter Minute, einen Handelskrieg zwischen Europa und den USA zu verhindern? Mit diesem Ziel reist der EU-Kommissionspräsident am Mittwoch nach Washington. Ein Blick auf Donald Trumps heftige Verbalattacken der vergangenen Monate zeigt, wie schwierig Junckers Mission ist.

28. Januar: "Wenn es um Handel ging, ist die Europäische Union sehr unfair mit den USA umgegangen", sagt Donald Trump in einem Interview mit dem Sendernetzwerk ITV.
10. März: Auf Twitter schreibt der US-Präsident: "Die Europäische Union - wunderbare Länder, die die USA beim Handel sehr schlecht behandeln - beschwert sich über die Zölle auf Stahl und Aluminium. Wenn sie ihre schrecklichen Barrieren und Zölle auf eingeführte US-Produkte fallenlassen, werden wir umgekehrt unsere aufgeben. Großes Defizit. Wenn nicht, erheben wir Zölle auf Autos etc. FAIR!"
10. Juni: "Wir beschützen Europa (was gut ist) unter großen finanziellen Kosten, und dann werden wir beim Handel auf unfaire Weise geschröpft. Veränderung kommt!", kündigt Donald Trump auf Twitter an.
22. Juni: Als die EU als Reaktion auf von Trump verhängte Schutzzölle auf Stahl und Aluminium ihrerseits Zölle auf US-Produkte wie Erdnussbutter und Levi's-Jeans erhebt, droht der US-Präsident auf Twitter: "Wenn diese Zölle und Barrieren nicht bald eingerissen und beseitigt werden, werden wir 20 Prozent Zoll auf alle ihre Autos erheben, die in die USA kommen." Mit Blick auf die Autos fordert er: "Baut sie hier!"
27. Juni: "Die Europäische Union ist natürlich nur gegründet worden, um die Vereinigten Staaten auszunutzen, um unser Sparschwein zu plündern, nicht wahr?", so seine Worte in einer Rede auf einer Wahlkampf-Veranstaltung von Kevin Cramer, der bei der Senatswahl im Herbst als republikanischer Kandidat für North Dakota antritt.
1. Juli: "Die Europäische Union ist möglicherweise so schlimm wie China, nur kleiner", befindet er in einem Interview des Senders Fox News.
10. Juli: "Wir werden von der Europäischen Union ausgenutzt. Wir haben letztes Jahr 151 Milliarden Dollar durch den Handel verloren", rechnet Trump vor seinem jüngsten Europa-Trip vor.
14. Juli: Was die EU den USA im Handel antue, mache sie zu einem "foe", sagt Trump in einem Interview des Fernsehsenders CBS. Das englische Wort "foe" kann sowohl mit "Gegner" als auch mit "Feind" übersetzt werden.
20. Juli: Auf Twitter formuliert Trump diesen Vorwurf: "China, die Europäische Union und andere haben ihre Währungen und Zinssätze nach unten manipuliert, während die USA die Zinssätze erhöhen und der Dollar mit jedem Tag stärker und stärker wird - was unseren großen Wettbewerbsvorteil wegnimmt."
24. Juli: Am Tag vor dem Treffen mit Jean-Claude Juncker schreibt Trump auf Twitter: "Zölle sind das Größte! Entweder vereinbart ein Land, das unfair mit den Vereinigten Staaten Handel betrieben hat, einen fairen Deal, oder es wird mit Zöllen belegt. (...) Erinnert Euch, wir sind das 'Sparschwein', das ausgeraubt wird." Es dürfte nicht die freundlichste Einladung sein, die der Kommissionspräsident je erhalten hat.
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