Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und Europa: Die Trump-Regierung wird ab 1. Juni Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus der EU erheben - Brüssel hat darauf geantwortet.

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Die EU wird mit Vergeltungszöllen auf die von den USA angekündigten Sonderzölle auf europäische Stahl- und Aluminiumprodukte reagieren. Das kündigte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Donnerstagnachmittag in Brüssel an.

Zuvor hatte US-Wirtschaftsminister Wilbur Ross in Washington bekanntgegeben, dass Unternehmen aus den EU-Ländern künftig Strafzölle auf Stahl- und Aluminium-Exporte in die USA zahlen müssen.

Wilbur Ross warnte EU

Schon im Vorfeld hatte Brüssel erklärt, auf Zollerhebungen der USA zu reagieren und ihrerseits Zölle auf typische US-Produkte wie Motorräder, Whiskey und Jeans zu erheben.

US-Wirtschaftsminister Ross warnte die Europäer vor einer Eskalation die drohe, falls sie mit Vergeltungszöllen antworten. Auf die Ankündigung der EU hatte Trump umgehend Zölle von bis zu 25 Prozent auf Autos ins Spiel gebracht.

Auch Mexiko und Kanada betroffen

Die bis zum 1. Juni erteilte Ausnahmeregelung läuft neben der EU auch für die US-Nachbarn Kanada und Mexiko aus, mit denen sich die USA gerade in den Verhandlungen über die Fortsetzung des gemeinsamen Freihandelsabkommens Nafta befinden.

"Wir freuen uns darauf, die Verhandlungen mit Mexiko und Kanada einerseits, und mit der Europäischen Kommission auf der anderen Seite fortzuführen", sagte Ross. Es gebe weitere Probleme zu lösen.

Die Europäer hatten seit Monaten mit Washington über die angekündigten Zölle von 25 Prozent auf Einfuhren von Stahlprodukten und zehn Prozent auf Aluminium gestritten.

Die EU wollte sich nicht erpressen lassen und verlangte, von den Zöllen bedingungslos und unbefristet ausgenommen zu werden. Erst dann sollte über mögliche Handelserleichterungen für die US-Wirtschaft gesprochen werden. Dazu sagte Ross: "Wir waren nicht bereit, diese Bedingung zu erfüllen." (dpa / jwo)

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