Mit der Veröffentlichung von Audioaufnahmen aus dem Innersten des Weißen Hauses hat eine ehemalige Trump-Mitarbeiterin in den USA für Wirbel gesorgt. Omarosa Manigault Newman hat gleich zwei heimlich aufgezeichnete Gespräche publik gemacht. Das Pikante: Mindestens eines der Gespräche fand im Situation Room im Weißen Haus statt, eigentlich ein Hochsicherheitsbereich. Trump ist außer sich. Newman könnten nun juristische Konsequenzen drohen.

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Eine ehemalige Mitarbeiterin von US-Präsident Donald Trump hat mit heimlichen Audioaufnahmen für Wirbel gesorgt. Der Sender NBC News veröffentlichte am Montag einen Mitschnitt eines Gesprächs, das Omarosa Manigault Newman nach eigener Darstellung mit Trump führte. In dem Telefonat scheint sich der Präsident über ihre Entlassung zu wundern.

Ex-Mitarbeiterin: Wollte mich schützen

Zuvor hatte Newman, die am Dienstag ihr Enthüllungsbuch "Unhinged" (deutsch: Gestört, aus den Angeln gehoben) über das Weiße Haus unter US-Präsident Donald Trump veröffentlicht, bereits eine Tonbandaufnahme ihres Entlassungsgesprächs mit Stabschef John Kelly publik gemacht.

Manigault Newman rechtfertigte den Schritt am Sonntag im US-Fernsehen damit, dass sie sich schützen wollte in einem Weißen Haus, "in dem jeder lügt".

Situation Room eigentlich ein Ort höchster Geheimhaltung

Der Vorgang ist ungewöhnlich, denn der Situation Room im Weißen Haus, in dem Kelly Manigault Newman 2017 feuerte, ist ein Ort höchster Vertraulichkeit; üblicherweise sind elektronische Geräte dort verboten.

Auf dem Band ist eine Stimme zu hören, die diejenige Kellys sein soll; zu hören ist, wie Manigault Newman "bedeutende Integritätsprobleme" vorgeworfen werden.

"Sie bringen mich in den Situation Room, die Türen sind verschlossen, sie sagen mir, dass ich nicht raus kann und sie beginnen mir zu drohen, mir Angst zu machen, setzen mich unter Druck", sagte Manigault Newman am Sonntag im Interview der NBC-Sendung "Meet the Press".

Trump bezeichnet Newman als "Abschaum"

"Ich habe mich selbst geschützt, denn das ist ein Weißes Haus, in dem jeder lügt", sagte Manigault Newman. "Der Präsident belügt das amerikanische Volk, Sarah Huckabee steht vor dem Land und lügt jeden Tag." In ihrem Buch beschreibt sie Trump als "Rassisten". Trump bezeichnete die Afroamerikanerin Manigault Newman als "Abschaum".

Es war zunächst unklar, ob Manigault Newman nun wegen der Veröffentlichung mit rechtlichen Konsequenzen rechnen muss. Das Weiße Haus reagierte jedenfalls verärgert.

Trumps Sprecherin attackiert Newman

Präsidentensprecherin Huckabee Sanders erklärte, dass es einer schweren Missachtung der nationalen Sicherheit gleichkomme, wenn ein Stabsmitarbeiter ein Aufnahmegerät ins Weiße Haus einschmuggele. "Und dann damit im nationalen Fernsehen zu prahlen, zeigt einen Mangel an Charakter und Integrität dieser verärgerten ehemaligen Mitarbeiterin des Weißen Hauses."

Trump zeigte sich in zwei Tweets verärgert über Newman. Er beschimpft seine Ex-Mitarbeiterin als "bekloppt", sie habe ihn "angebettelt um einen Job". Im Weißen Haus schließlich habe sie "ständig Meetings verpasst":

Newman: Bin mitschuldig, dass "das Weiße Haus die Nation betrügt"

In dem Interview zeigte sich Manigault Newman auch reumütig über ihre Mitarbeit in der von ihr kritisierten Trump-Regierung. Sie sei "mitschuldig" daran, dass das Weiße Haus die Nation "betrügt".

"Sie täuschen die Nation weiter darüber, wie rückständig er geistig ist", sagte sie über Trump. "Wie schwer es ihm fällt, komplexe Informationen zu verarbeiten. Wie wenig er mit den wichtigsten Entscheidungen befasst ist, die unser Land betreffen. Ich war mitschuldig und das bedauere ich".

Manigault Newman war früher in Trumps Show "The Apprentice" aufgetreten und hatte später im Wahlkampf für ihn gearbeitet. Nach Trumps Amtsantritt bekam sie einen Kommunikationsposten im Weißen Haus. Laut US-Medienberichten soll anderen Mitarbeitern der Regierungszentrale unklar gewesen sein, worin genau ihre Arbeit bestand.

Im Dezember 2017 verließ sie ihren Posten. Sie selbst dementierte damals, dass Kelly sie entlassen habe. (szu/afp/dpa)

Verwendete Quellen:

Kein Präsident hat im Amt so viel gelogen, wie Donald Trump. Politikwissenschaftler Thomas Jäger erklärt, welche Strategie hinter Trumps lockerem Umgang mit der Wahrheit steckt.