Familientrennung von Migranten in den USA: Tägliche Dramen an der Grenze

Schärfer denn je gehen die US-Behörden derzeit gegen illegale Einwanderer vor. Selbst gegenüber Kindern gibt es keine Gnade - sie werden tausendfach von ihren Eltern getrennt. Ein Einblick in die Dramen, die sich täglich im Grenzgebiet abspielen.

Nahe der Stadt McAllen im Süden von Texas machen Grenzpolizisten Jagd auf Einwanderer, die von Mexiko aus illegal in die USA eingereist sind.
Wer aufgegriffen wird, wird durchsucht und festgenommen, wie diese Mutter aus Honduras. Ihre zweijährige Tochter muss weinend zusehen.
Seit einigen Wochen greifen die Behörden härter durch als je zuvor. Null Toleranz lautet die Devise der Einwanderungspolitik unter US-Präsident Donald Trump.
Dazu gehört auch, dass Familien auseinandergerissen werden. Am Freitag hat das US-Justizministerium bekanntgegeben, seit Mitte April 2.000 Kinder von ihren Eltern getrennt zu haben.
Erwachsene kommen ins Gefängnis, ...
... Kinder werden in Auffanglager und später in Pflegefamilien oder spezielle Einrichtungen gebracht. Dieses Bild eines Auffanglagers, in dem auch Erwachsene vorübergehend unterkommen, hat die US-Grenzschutzbehörde veröffentlicht.
Über 11.000 Jungen und Mädchen sind derzeit in staatlichem Gewahrsam.
Zwar ist die Zahl der illegalen Grenzübertritte zuletzt gesunken. Doch immer noch lassen sich tausende Migranten nicht von der Härte der US-Behörden abschrecken.
Täglich versuchen Menschen ihr Glück, wenngleich ihre Chance, in den Vereinigten Staaten bleiben zu können, stetig sinkt: Häusliche Gewalt ist neuerdings kein Grund mehr für Asyl, ebenso wenig Bandenkriminalität in der Heimat.
Wie diese Menschen, die im mexikanischen Grenzort Tijuana gestrandet sind, stammen viele Einwanderer aus zentralamerikanischen Staaten wie Honduras, El Salvador oder Guatemala.
Landesweit sind am Wochenende Bürger gegen Trumps Einwanderungspolitik auf die Straße gegangen. Besonders eine Tonaufnahme, auf der verzweifelt weinende und nach ihren Eltern schreiende Kinder zu hören sind, hat viele Amerikaner berührt. "Kinder gehören nicht ins Gefängnis", hat diese Frau auf ihr Schild geschrieben.
Die achtjährige Akemi Vargas trat auf einer Demo in Phoenix auf. Sie brach in Tränen aus, als sie davon erzählte, wie sie von ihrem Vater getrennt wurde.
Die Oppositionsführerin im US-Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, nannte den Umgang der Behörden mit den Migrantenkindern "beschämend". Donald Trump bezichtigte seinerseits Pelosis Demokraten, eine Gesetzesänderung mit einer Lösung für die Kinder der Einwanderer verhindert zu haben. Aus Sicht der Migranten ist vorerst also keine Besserung in Sicht.
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