Die fragwürdigsten Äußerungen von Trump in der Coronakrise

Monatelang hat US-Präsident Donald Trump die US-Bürger mit falschen oder irreführenden Äußerungen zur Corona-Pandemie verwirrt. Jetzt wurde bei ihm und seiner Frau Melania eine Corona-Infektion nachgewiesen. Eine Chronologie zu Trumps umstrittensten Äußerungen während der Pandemie. (afp/mf)

10. Februar: Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Manchester, New Hampshire, erklärt Trump: "Es scheint, dass theoretisch im April, wenn es etwas wärmer wird, es wie durch ein Wunder weggeht."
17. März: "Ich habe immer gewusst, dass das eine wirkliche, dass das eine Pandemie ist. Ich habe gefühlt, dass es eine Pandemie ist, lange bevor es als Pandemie bezeichnet wurde", sagt Trump bei einer Presseunterrichtung im Weißen Haus.
18. März: Trump bezeichnet sich als "Präsident in Kriegszeiten": "Wir werden den unsichtbaren Feind besiegen."
21. März: Trump preist auf Twitter den Medikamentenmix aus dem Malaria-Mittel Hydroxychloroquin und dem Antibiotikum Azithromycin als Corona-Mittel an: "Hydroxychloroquin und Azithromycin zusammen könnten eine der bahnbrechendsten Entwicklungen der Geschichte der Medizin werden." Im April raten die US-Behörden wegen Gesundheitsrisiken vom Einsatz des Medikamentencocktails ab.
29. März: Im Rosengarten des Weißen Hauses: "Jetzt ist von 2,2 Millionen Toten die Rede (...). Wenn es (letztlich) zwischen 100.000 und 200.000 sind, haben wir alle zusammen einen sehr guten Job gemacht." Fast auf den Tag genau sechs Monate später überschreiten die USA die bittere Marke von 200.000 Toten in der Corona-Pandemie.
18. Mai: Trump sagt vor Journalisten, dass er zum Schutz vor dem Coronavirus seit etwa anderthalb Wochen vorsorglich Hydroxychloroquin einnimmt, weil er es "gut findet". "Ich habe viele gute Geschichten darüber gehört." Zur Vorbeugung nehme er außerdem Zink ein.
21. Juni: Ungeachtet von Experten-Warnungen hält Trump inmitten der Corona-Pandemie einen Wahlkampfauftritt in der Stadt Tulsa ab. Weder der Präsident selbst noch die Mehrzahl der mehreren tausend Teilnehmer der Veranstaltung tragen eine Atemschutzmaske. Zweieinhalb Wochen später wird in Tulsa eine deutlich erhöhte Rate von Corona-Neuinfektionen festgestellt.
9. September: Auszüge aus einem Enthüllungsbuch des Star-Journalisten Bob Woodward belegen, dass Trump die US-Bürger bewusst über die Gefahren der Corona-Pandemie im Unklaren gelassen hat. In einem aufgezeichneten Gespräch mit Woodward im März sagte Trump, er habe die vom Virus ausgehende Gefahr herunterspielen wollen. Nach den Enthüllungen verteidigt Trump sich damit, dass er "Panik" im Land habe vermeiden wollen.
29. September: Im TV-Duell mokiert Trump sich darüber, dass sein Herausforderer Joe Biden wegen der Corona-Pandemie so häufig eine Schutzmaske trägt. "Die größte Maske, die ich jemals gesehen habe", sagt der US-Präsident.
2. Oktober: Inmitten der heißen Wahlkampfphase gibt Trump im Online-Dienst Twitter bekannt, dass er und seine Frau Melania sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Das Präsidentenpaar begibt sich im Weißen Haus in Quarantäne. Ein Wahlkampfauftritt in Florida wird abgesagt.