"Er stirbt sowieso" - mit diesen Worten soll Kelly Sadler aus dem Kommunikationsstab von US-Präsident Trump den kranken Senator John McCain bedacht haben. Der sperrt sich gegen die designierte CIA-Chefin Gina Haspel.

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Eine Mitarbeiterin des Weißen Hauses hat sich offenbar abfällig über den krebskranken republikanischen Senator John McCain geäußert und damit zahlreiche Reaktionen provoziert. Laut US-Medienberichten hatte die zum Kommunikationsstab gehörende Mitarbeiterin Kelly Sadler am Donnerstag in einer internen Sitzung zum Widerstand des Senators gegen die designierte CIA-Chefin Gina Haspel gesagt: "Es macht nichts, er stirbt sowieso."

Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses sagte dem Sender CNN, Sadler habe einen Witz machen wollen, der missraten sei. Eine offizielle Entschuldigung des Weißen Hauses für die Bemerkung gab es aber nicht.

"Wir respektieren Senator McCains Dienst an unserer Nation"

Die Regierungszentrale veröffentlichte eine knappe Erklärung, in der es lediglich hieß: "Wir respektieren Senator McCains Dienst an unserer Nation, und er und seine Familie sind in dieser schwierigen Zeit in unseren Gebeten". Sadler selbst rief laut Medienberichten McCains Tochter Meghan an, um sich zu entschuldigen.

In der ABC-Sendung "The View" sprach Meghan McCain über die respektlose Bemerkung. Sie wolle Sadler informieren, dass der Kampf ihres Vaters gegen den Krebs ihr klar gemacht habe, dass der Sinn des Lebens nicht sei, wie man sterbe, sondern wie man lebe. Sie verstünde nicht, in welchem Arbeitsumfeld solch eine Bemerkung akzeptabel sei und man am nächsten Tag immer noch einen Job habe.

Auch McCains Ehefrau Cindy reagierte öffentlich. In einer Botschaft im Internetdienst Twitter wandte sie sich direkt an Sadler mit den Worten: "Darf ich Sie daran erinnern, dass mein Ehemann eine Familie hat, sieben Kinder und fünf Enkel."

McCain leidet an Hirntumor

Der 81-jährige Republikaner leidet an einem aggressiven Hirntumor. Er kämpft in seinem Heimatstaat Arizona gegen die Krankheit an und kann sein politisches Amt nur noch in sehr begrenztem Umfang wahrnehmen. Der Veteran des Vietnamkriegs, langjährige Senator und US-Präsidentschaftskandidat genießt über die Parteigrenzen hinweg großes Ansehen.

Die Nominierung Haspels für die Spitze des Auslandsgeheimdienstes lehnt McCain ab, weil die 61-Jährige früher an einem Programm zur Inhaftierung und brutalen Vernehmung von Terrorverdächtigen in versteckten Gefängnissen im Ausland beteiligt war. McCain ist ein entschiedener Gegner der Folter - er war selber als Kriegsgefangener in Vietnam von den Vietcong gefoltert worden.

Widerstand gegen Haspel

Die von Präsident Donald Trump nominierte Haspel hatte am Mittwoch bei einer Anhörung im Senat beteuert, dass sie den damaligen Umgang mit Häftlingen heute nicht mehr erlauben würde. Allerdings lehnte es die stellvertretende CIA-Chefin ab, die früheren Praktiken zu verurteilen.

McCain bekräftigte daraufhin seinen Widerstand gegen die Kandidatin. Ihre "Weigerung, Folter als unmoralisch zu bezeichnen", disqualifiziere sie für das Amt der CIA-Direktorin, erklärte er. Haspel braucht die Zustimmung des Senats, um die Leitung des Geheimdienstes zu übernehmen. Wegen der knappen Mehrheitsverhältnisse kommt es dabei auf jede Stimme an.

McCain ist ein harter Kritiker Trumps, ihr Verhältnis gilt als zerrüttet. Die Zeitung "New York Times" und der Sender NBC News berichteten vor einigen Tagen, McCain wolle nicht, dass der Präsident an seiner Beerdigung teilnehme.

Im Wahlkampf hatte sich Trump darüber mokiert, dass McCain als Kriegsheld gilt. Für ihn sei der Senator "kein Held", sagte Trump damals: "Ich mag Leute, die nicht gefangen wurden, okay?" Trump hatte selbst einst den Wehrdienst umgangen.© SPIEGEL ONLINE

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