Nächster Rückschlag für Trump und die Republikaner: Paul Ryan tritt nicht mehr zur Wahl als Sprecher der Partei im Repräsentantenhaus an. Das bestätigten US-Präsident Donald Trump per Twitter und auch Ryans Sprecher. Zuvor hatten mehrere US-Medien über den Rückzug Ryans berichtet.

Der einflussreiche Republikaner Paul Ryan tritt nicht zur Wiederwahl als Sprecher der Partei im US-Repräsentantenhaus im kommenden November an. Das bestätigten am Mittwoch sowohl US-Präsident Donald Trump per Twitter als auch Ryans Sprecher Brendan Buck.

"Sprecher Paul Ryan ist ein wahrhaft guter Mann, und auch wenn er sich nicht zur Wiederwahl aufstellt, so hinterlässt er doch ein Vermächtnis von Erfolgen, die niemand infrage stellen kann. Wir sind bei dir, Paul", twitterte Trump.

Ryans Sprecher ließ verlauten: "Heute Morgen hat der Vorsitzende Ryan seinen Kollegen mitgeteilt, dass dieses Jahr sein letztes als Mitglied des Repräsentantenhauses sein wird. Er wird seinen volle Wahlperiode erfüllen, durchs Ziel gehen und dann im Januar aufhören."

Ryan selbst begründete seine Entscheidung mit familiären Gründen: "Wenn ich weitermachen würde, würden mich meine Kinder nur als Wochenend-Vater kennen", sagte er.

Grund für Ryans Rückzug angeblich Frustration

Zuvor hatten das Nachrichtenportal Axios und der Sender CNN darüber berichtet. Laut Axios äußerten sich Freunde Ryans hinsichtlich der Gründe für den Rückzug des Finanz- und Wirtschaftspolitikers, dass der Republikaner nach der durchgeboxten Steuerreform zunehmend frustriert gewesen sei, teilweise auch wegen Trump.

Rückzug Ryans weiterer Rückschlag für Republikaner

Für die Republikaner bedeutet der Rückzug Ryans einen weiteren herben Rückschlag. Bei den im November anstehenden "Midterms", den "Halbzeitwahlen" unter der Präsidentschaft von Donald Trump, drohen die Republikaner die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu verlieren.

"Das ist wie die Titanic, eine tektonische Verschiebung", zitiert Axios einen hochrangigen Republikaner über den Abschied Ryans. "Diese Tatsache wird jeden Gönner der republikanischen Partei glauben lassen, dass wir das Repräsentantenhaus nicht halten können" (szu)