Nicht nur die Russland-Affäre verfolgt Donald Trump, sondern auch eine angebliche Affäre mit Pornostar Stormy Daniels. Konkret geht es um ein Schweigegeld - kurz vor der US-Wahl. Nun schlägt ein Interview hohe Wellen.

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Pornostar Stephanie Clifford, alias Stormy Daniels, beharrt darauf, dass sie 2006 eine Affäre mit Donald Trump hatte - kurz nachdem seine Frau Melania den gemeinsamen Sohn Barron zur Welt brachte.

In einem am Sonntagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des Senders CBS schilderte die heute 39-Jährige weiter, dass sie wenige Tage vor der US-Präsidentenwahl 2016 aus Angst ein Schweigegeld von Trumps persönlichem Anwalt Michael Cohen angenommen habe.

Stephanie Clifford war nicht Donald Trumps Opfer

Sie sei Jahre zuvor von einem Unbekannten unter Androhung von Gewalt aufgefordert worden, nichts über die Affäre verlauten zu lassen, sagte Clifford. Sie habe daher weiter um ihre Sicherheit und die ihrer Familie gefürchtet.

Die in ihrer Branche über Jahre hinweg äußerst erfolgreiche Pornodarstellerin und -regisseurin betonte zugleich, dass sie nur einmal Sex mit Trump gehabt habe - und das völlig freiwillig, auch wenn sie sich nicht zu ihm hingezogen gefühlt habe. Sie sei kein Opfer gewesen.

Trump bestreitet die Affäre. Ob sich der jetzige Präsident das Interview in der Sendung "60 Minutes" anschaute, wurde nicht bekannt. Er war am Sonntagabend allein von einem Familienwochenende auf seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida ins Weiße Haus zurückgekehrt.

First Lady Melania hält sich mit Sohn Barron, der zurzeit Schulferien hat, weiter dort auf - "der Tradition entsprechend", wie das Weiße Haus betonte.

Michael Cohen hat der Pornodarstellerin Schweigegeld gezahlt

Das Interview war mit großen Fanfaren angekündigt worden, nachdem das "Wall Street Journal" unlängst über die Schweigevereinbarung berichtet hatte. Seitdem ist das Thema immer wieder hochgekocht.

Cohen ist darin tief verwickelt. Er hat zugegeben, Clifford rund eine Woche vor der US-Wahl 130.000 Dollar im Gegenzug für ihr Schweigen bezahlt zu haben - aus eigener Tasche und ohne Wissen von Trump, wie er sagt. Die Zahlungen erfolgten nach Medienberichten über eine Scheinfirma, die er zuvor gegründet hatte.

Um dieses Schweigegeld geht es in den derzeitigen Schlagzeilen primär und weniger um die angebliche Affäre: Berichte darüber hatte es schon in der Vergangenheit gegeben.

Im Vordergrund steht vielmehr die Frage, ob mit der Schweigegeldzahlung Gesetze zur Wahlkampffinanzierung gebrochen wurden - und ob Trump selber dabei eine Rolle spielte.

Öffentlich am Kochen bleibt das Thema, weil Clifford kürzlich vor ein kalifornisches Gericht gezogen ist. Sie argumentiert, dass die Schweigeübereinkunft nie gültig gewesen sei, da Trump persönlich sie nicht unterzeichnet habe.

Cohen seinerseits hat ihr mit massiven Schadensersatzforderungen gedroht - eine Million Dollar für jeden vermeintlichen Vertragsbruch. Zusammen mit Trump will er zudem erreichen, dass der Rechtsstreit nicht in einem öffentlichen Prozess, sondern in einem Schlichtungsverfahren hinter geschlossenen Türen entschieden wird.

Clifford hat aus Angst gehandelt

In dem Interview schilderte Clifford, 2011 sei im Beisein ihrer kleinen Tochter ein Mann an sie herangetreten - kurz, nachdem sie mit einem Magazin vereinbart gehabt habe, ihre Geschichte zu erzählen.

"Er sagte mir, lass Trump in Ruhe. Vergiss die Geschichte.(...) Und dann schaute er meine Tochter an und sagte, das ist ein hübsches kleines Kind. Es wäre eine Schande, wenn ihrer Mutter etwas geschehen würde."

Daran, so Clifford, habe sie sich erinnert, als sie die Schweigevereinbarung mit Cohen unterzeichnet habe.

Sie wies darauf hin, dass sie im Laufe der Zeit Magazin-Angebote erhalten habe, die ihr weitaus mehr Geld hätten einbringen können als die 130.000 Dollar.

"Ich habe nicht einmal verhandelt", sagte sie über die von Cohen angebotene Summe. Das allein schon beweise, dass sie aus Angst und nicht Opportunismus oder Geldgier gehandelt habe.

Auf die Frage von Starreporter Anderson Cooper, warum sie denn überhaupt jetzt alles an die Öffentlichkeit bringen wolle, antwortete sie unter anderem: "Es ist nicht o.k. für mich, als Lügnerin dargestellt zu werden." Sie wolle sich verteidigen.  © dpa

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