"Ich werde jeden im Publikum küssen": Trump ist zurück auf der Wahlkampfbühne

Nach vor etwas mehr als einer Woche wurde US-Präsident Trump positiv auf das Coronavirus getestet. Nun steht er wieder auf der Wahlkampfbühne und zeigt sich vor hunderten Fans, wie man ihn kennt: Angriffslustig und aggressiv.

Es ist der erste Wahlkampfauftritt von US-Präsident Trump nach seiner Corona-Erkrankung. Hunderte Fans warten gespannt am Sanford International Airport in Orlando (Florida) auf die Ankunft des Republikaners mit der Air Force One.
Die Trump-Anhänger sind dicht an dicht gedrängt und tragen oft keine Maske. Florida gilt als potenziell entscheidender US-Bundesstaat im Kampf um die Präsidentschaft am 3. November.
Als Trump das Flugzeug verlässt, ist der Jubel der Menge groß. Dieser möchte keine Zweifel an seinem Gesundheitszustand zulassen und gibt sich gesünder denn je. Tatsächlich hat Trumps Leibarzt Conley zuvor mitgeteilt, dass mehrere Corona-Schnelltests des Präsidenten negativ ausgefallen sind.
"Ich fühle mich so stark", rief Trump seinen jubelnden Fans zu. Dabei betont der 74-Jährige weiterhin, dass er nun immun sei. "Ich werde jeden in diesem Publikum küssen. Ich werde die Kerle und die schönen Frauen küssen (...). Ich werde euch einfach allen einen dicken, fetten Kuss geben", so Trump weiter.
Auch Trump verzichtete wie üblich auf das Tragen einer Maske, weshalb er von Kritikern oft als schlechtes Vorbild kritisiert wird.
In seiner aggressiven Rede hat es Trump auf seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden abgesehen, indem er Biden als "schläfrigen Joe" verhöhnt, vor der "radikalen Linken" und einem "sozialistischen Albtraum" warnt.
"Normales Leben, das ist alles, was wir wollen", sagte Trump. Biden würde der Erholung von der Krise ein Ende bereiten, die Herstellung eines Impfstoffes in die Länge ziehen und die Pandemie verlängern. Joe Biden kritisierte Trumps Verhalten als rücksichtslos und skrupellos. "Je länger Donald Trump Präsident ist, desto rücksichtsloser scheint er zu werden", so Biden.
Trumps Anhänger halten Transparente mit den bekannten Wahlsprüchen hoch und fordern vier weiter Jahre für den derzeitigen US-Präsidenten.
Während seiner gesamten Wahlkampfrede zeigte Trump keinerlei Schwächeanzeichen oder übrig gebliebene Symptome seiner SARS-CoV-2-Infektion. Nach seiner Corona-Erkrankung hatte er seine Auftritte auf Flughäfen stoppen müssen. Nun präsentiert er sich als starken Mann und kämpft auf der Bühne wieder um Stimmen, denn in Umfragen liegt er derzeit weit hinter Herausforderer Biden.
Trump ist dennoch zuversichtlich, was seine Wiederwahl am 3. November angeht. "Vor vier Jahren war es ähnlich, sie sagten, wir würden Florida verlieren", sagte der Präsident und fügte hinzu: "In 22 Tagen werden wir diesen Staat gewinnen und vier weitere Jahre im Weißen Haus gewinnen!".
Eine Stunde dauerte Trumps Rede insgesamt. Schon am Mittwoch ist der nächste Wahlkampfauftritt in Johnsonstown geplant. An Aggressivität, Falschebehauptungen und Show-Einlagen wird es dort sicher auch dieses Mal nicht mangeln.