Parteiintern wächst die Front gegen US-Präsident Donald Trump. Einer seiner langjährigen Kritiker, Mitt Romney, beteiligt sich vor Trumps Amtssitz in Washington an einer Anti-Rassimus-Demonstration. Trump reagiert gelassen. Er verspottet Romney.

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Der Kampf gegen die steigende Zahl der Corona-Toten und die Folgen der Pandemie für Wirtschaft und Arbeitsmarkt sind für US-Präsident Donald Trump noch lange nicht ausgestanden, da geschieht der Polizistenmord an George Floyd in Minneapolis. In beiden Fällen wurde Trumps Verhalten hinterfragt und teils stark kritisiert - auch in der eigenen Partei.

Nach dem früheren Außenminister Colin Powell, Republikaner wie Trump, demonstrierte nun auch der republikanische US-Senator Mitt Romney seine Unzufriedenheit mit den Zuständen in den USA unter Trumps Regentschaft.

Trump-Kritiker Romney demonstriert vor dem Weißen Haus

Romney, seit Jahren einer der prominentesten parteiinternen Kritiker Trumps, schloss sich in Washington einer Demonstration gegen Polizeigewalt und Rassismus an. Der Marsch führte zum Weißen Haus, dem Amtssitz Trumps.

Im Kurzbotschaftendienst Twitter veröffentlichte Romney, der im Februar als einziger republikanischer Senator für eine Amtsenthebung Trumps gestimmt hatte, Fotos von sich und schrieb dazu "Black Lives Matter".

"Das Leben von Schwarzen zählt" ist seit Jahren ein Motto bei Protesten gegen Polizeigewalt gegenüber Afroamerikanern. Seit dem Tod von Floyd gehen landesweit Demonstranten unter diesem Motto auf die Straße, zuletzt am vergangenen Wochenende.

Trump reagierte mit Spott auf Romneys Teilnahme an der Demonstration. "Unglaubliche Ehrlichkeit, was für ein Kerl", schrieb der Präsident am Montag auf Twitter. Es sei kaum zu glauben, dass Romney mit so einem "politischen Talent" in seinem Heimat-Bundesstaat Utah so miserable Zahlen - gemeint sind womöglich Umfragewerte - habe.

Mitt Romney unterlag 2012 gegen Barack Obama

Romney, wie Unternehmer Trump ein schwerreicher Geschäftsmann, hatte sich 2012 erfolglos um das Präsidentenamt beworben, das dann Barack Obama verteidigte. Trump nannte ihn daraufhin einen Versager. Romney wiederum sieht in Trump einen "Betrüger" und einen "bigotten Rassisten", wie er bereits 2016 betonte.

Im Impeachment-Prozess wegen der Ukraine-Affäre stimmte der 73-Jährige Anfang Februar als einziger republikanischer Senator für eine Amtsenthebung des Präsidenten, die bekanntlich ausblieb.

Diesen ultimativen Angriff auf seine Macht überstanden zu haben, lässt Trump auf Attacken - ob seitens der Opposition oder aus den Reihen der Republikaner - stets gelassen und spöttisch reagieren.

Trump: "Powell war schlecht für die USA"

Zuletzt hatte Trump den früheren Außenminister Powell in einem Tweet abgekanzelt. "In seiner Zeit war er schwach und hat jedem alle Art von Zugeständnissen gemacht - so schlecht für die USA", schrieb Trump.

Er reagierte damit auf Powells Vorwurf, Trump sei "gefährlich für unsere Demokratie, gefährlich für unser Land. Er lügt über Dinge, und er kommt damit durch, weil Menschen ihn nicht zur Rechenschaft ziehen."

Trump hatte ein hartes Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen gewaltbereite Demonstranten gefordert und sogar einen Militäreinsatz angedroht. Verteidigungsminister Mark Esper distanzierte sich von dieser Forderung.

Mattis: "Trump spaltet dieses Land"

Auch der frühere Pentagon-Chef James Mattis kritisierte Trump scharf. Nie zuvor habe er einen Präsidenten erlebt, der die USA derart spalten wolle, anstatt das Land zu einen.

Einen "Missbrauch von Regierungsmacht" nannte der frühere General Mattis den Einsatz von US-Soldaten vor dem Weißen Haus, als sie eine Demonstration alleine zu dem Zweck auflösten, um Trump den Raum und die Gelegenheit zu verschaffen, vor einer Kirche eine Bibel in die Kamera zu halten.

Mag Kritik an Trump abprallen, so scheinen jüngste Umfrageergebnisse Eindruck auf den Präsidenten gemacht zu haben. Dem Nachrichtenportal "Politico" zufolge prüften Trumps Berater, wie er schon in den kommenden Wochen trotz der Corona-Pandemie wieder Wahlkampfauftritte abhalten könnte.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

In einer am Montag veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Senders CNN lagen Trumps Zustimmungswerte nur noch bei 38 Prozent - sieben Punkte weniger als im vergangenen Monat.

Biden überholt Trump in den Umfragen

Wäre die Wahl jetzt, würden der Befragung zufolge 55 Prozent für Biden stimmen und nur 41 Prozent für Trump. Der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten hingegen, Joe Biden, baute seinen Vorsprung deutlich aus.

Wegen des komplizierten Wahlsystems in den USA haben solche Umfragen aber begrenzte Aussagekraft, was den Ausgang der Wahl angeht. (AFP/dpa/hau)

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