Donald Trump muss in den kommenden Tagen Fragen beantworten - Fragen, die ihm nicht gefallen dürften. Denn gestellt hat sie der Sonderermittler in der Russland-Affäre, der im Zuge seiner Untersuchungen zwischenzeitlich mehrere Menschen aus dem Umfeld des US-Präsidenten auf die Anklagebank gezerrt hat.

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Die Russland-Untersuchungen von US-Sonderermittler Robert Mueller könnten vor einer wichtigen Weichenstellung stehen: US-Präsident Donald Trump soll in den nächsten Tagen Antworten auf Fragen Muellers einreichen, wie der US-Sender CNN berichtete.

Nach Informationen der "New-York-Times"-Reporterin Maggie Haberman hatte Trump am Montag und Dienstag bis zu 20 Stunden mit seinen Anwälten verbracht, um die Antworten auszuarbeiten.

Mueller zieht die Schlinge um Trump enger

Bei den Ermittlungen Muellers geht es um die Frage, ob und inwieweit sich russische Regierungskreise in die US-Präsidentenwahl 2016 eingemischt hatten - und ob das Lager des damaligen Kandidaten Donald Trump davon gewusst hatte oder sogar einbezogen war.

Unter anderem vermuten die US-Geheimdienste, dass Russland die Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks genutzt hatte, um gestohlene E-Mails der US-Demokraten zu veröffentlichen. Ziel sei gewesen, Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton zu schaden. Wikileaks-Gründer Julian Assange hatte jedoch eine Beteiligung russischer Regierungsstellen an der Veröffentlichung dementiert.

Mueller hat im Zuge seiner Ermittlungen bereits mehrere Personen aus Russland und aus dem Umfeld Trumps unter Anklage gestellt - darunter Trumps früheren Wahlkampfchef Paul Manafort. Allerdings hatten die Vorwürfe gegen den inzwischen verurteilten Manafort nichts mit der Wahl 2016 zu tun.

Trumps Sohn bald auf der Anklagebank?

Mit Roger Stone steht inzwischen ein weiterer Mann aus dem Umfeld des Trump-Wahlkampflagers im Zentrum des Interesses der Ermittler. Auch eine Anklage gegen Trump-Sohn Donald Jr., der ein umstrittenes Treffen mit einer russischen Anwältin im Trump-Tower organisiert hatte, erscheint denkbar.

Präsident Trump hatte erst vor wenigen Tagen den Rückzug von Justizminister Jeff Sessions erzwungen und ihn durch Matthew Whitaker ersetzt.

Zuvor hatte Sessions sich wegen möglicher Befangenheit von der Aufsicht der Russland-Untersuchungen zurückgezogen und dies seinem Stellvertreter Rod Rosenstein überlassen.

Mit Sessions' Ausscheiden geht die Zuständigkeit für die Ermittlungen auf Whitaker über, der nach Medienberichten als besonders loyal gegenüber Trump gilt. (dpa/mcf)

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