Treffen von Donald Trump und Wladimir Putin: Republikaner gehen auf Distanz zum US-Präsidenten

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Von
Tim Frische

In den USA herrscht Entsetzen über Donald Trumps Kuschelkurs gegenüber Wladimir Putin beim Gipfeltreffen in Helsinki.

Newt Gingrich gilt als einer der größten Verbündeten Donald Trumps in der republikanischen Partei. Doch selbst er griff den US-Präsidenten scharf an und sprach in einem Tweet vom "größten Fehler [in Trumps] Präsidentschaft, der korrigiert werden muss - sofort".
Paul Ryan, republikanischer Vorsitzender des US-Repräsentantenhauses, sagte in einem Statement: "Es ist keine Frage, dass Russland in unsere Wahl eingegriffen hat und weiterhin versucht, die Demokratie hier und weltweit zu untergraben. Der Präsident muss anerkennen, dass Russland nicht unser Verbündeter ist."
Ähnlich äußerte sich Mitch McConnell, der republikanische Mehrheitsführer im US-Senat: "Ich habe es schon oft gesagt und ich sage es erneut, die Russen sind nicht unsere Freunde und ich vertraue komplett der Einschätzung unserer Geheimdienste."
Trey Gowdy, republikanisches Mitglied des US-Repräsentantenhauses, zeigte sich zuversichtlich, dass Leute wie Außenminister Mike Pompeo es noch schaffen würden, Trump klarzumachen, dass sein Wahlerfolg 2016 nicht weniger wert sei, auch wenn Russland in den Wahlkampf eingegriffen habe.
Orrin Hatch, republikanischer Senator aus Utah und einer der wichtigsten Trump-Verbündeten, sagte: "Russland hat 2016 in die Wahl eingegriffen. Unsere Geheimdienste sind sich einig. Wir alle, angefangen bei unserem Präsidenten, müssen alles dafür tun, unsere Demokratie zu wahren, indem wir künftige Wahlen vor ausländischen Einflüssen schützen."
Liz Cheney, Republikanerin aus dem Bundesstaat Wyoming, zeigte sich "tief beunruhigt" aufgrund Trumps Auftritt. Sie kritisierte dabei, dass der US-Präsident die Arbeit der US-Geheimdienste infrage stellte und dass er Russland und die USA moralisch auf eine Ebene brachte. Russland sei "eine ernsthafte Bedrohung für unsere nationale Sicherheit".
Der republikanische Kongressabgeordnete Will Hurd teilte auf Twitter mit: "Ich habe in meiner beruflichen Karriere viele Menschen gesehen, die vom russischen Geheimdienst manipuliert wurden, und ich hätte nie gedacht, dass der US-Präsident einer derjenigen sein werde, die von routinierten KGB-lern über den Tisch gezogen wurden."
Der Republikaner Bob Corker, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, sah Putin gestärkt durch den Gipfel: "Wir tippen, dass er gerade Kaviar isst."
Selbst der Trump nahe stehende Sender Fox News kritisierte den Auftritt des US-Präsidenten. Moderatorin Trish Regan sagte in der Sendung "The Intelligence Report": "Das war eindeutig nicht seine beste Leistung. [...] Er hätte uns verteidigen sollen. Er hätte seine eigenen Geheimdienste verteidigen sollen."
Er ist hingegen schon seit langer Zeit ein parteiinterner Trump-Gegner: Der Republikaner John McCain, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im Senat, sagte: "Die heutige Pressekonferenz in Helsinki war eine der schändlichsten Aufführungen eines amerikanischen Präsidenten seit Menschengedenken."