Die Spannungen zwischen den USA und China wegen der Coronakrise verschärfen sich. Er wolle "im Augenblick" nicht mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping sprechen, sagte US-Präsident Donald Trump dem Sender Fox Business.

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US-Präsident Donald Trump hat im Streit mit China um den Umgang mit der Coronavirus-Pandemie den Ton verschärft und mit einem Abbruch der Beziehungen gedroht. Er wolle "im Augenblick" nicht mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping sprechen, sagte Trump dem Sender Fox Business am Donnerstag.

Er sei "sehr enttäuscht" über die Haltung Pekings in der Coronavirus-Pandemie. Er habe ein "sehr gutes Verhältnis" zu Xi, wolle aber derzeit nicht mit ihm reden.

Auf die Frage nach möglichen Vergeltungsmaßnahmen der USA gegen China nannte Trump keine konkreten Schritte, schlug aber einen drohenden Ton an: "Es gibt viele Dinge, die wir tun könnten. Wir könnten alle Beziehungen abbrechen."

Trump: China hätte Coronavirus stoppen können

Die Coronakrise hat das Verhältnis beider Staaten stark belastet. Der US-Präsident wirft Peking vor, das wahre Ausmaß der Epidemie zu Beginn vertuscht und so die weltweite Ausbreitung der Krankheit, die 300.000 Menschenleben gekostet hat, ermöglicht zu haben. Das neuartige Coronavirus wurde Ende 2019 erstmals in der zentralchinesischen Metropole Wuhan bekannt.

Die chinesische Regierung weist die Vorwürfe zurück und erklärt, sie habe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schnellstmöglich alle Informationen zur Verfügung gestellt.

In dem Interview mit Fox Business blieb Trump bei seinen Beschuldigungen: "Sie hätten (das Virus) in China, wo es herkam, stoppen können. Aber das ist so nicht passiert."

US-Präsident Donald Trump hat im Streit mit China um den Umgang mit der Coronavirus-Pandemie den Ton verschärft und mit einem Abbruch der Beziehungen gedroht. Er wolle "im Augenblick" nicht mit dem chinesischen Präsidenten sprechen, sagte Trump.

Trump-Berater: Chinesische Hacker versuchen, Informationen über Impfstoff zu stehlen

Auch Trumps Handelsberater, Peter Navarro, hat zum Rundumschlag gegen China ausgeholt. China habe das Coronavirus im November "wahrscheinlich in diesem Waffenlabor in Wuhan" erschaffen, sagte Navarro am Donnerstag dem Sender Fox News.

Anschließend habe das Land das Virus "zwei Monate lang hinter dem Schutzschild der Weltgesundheitsorganisation versteckt", Schutzausrüstung aus aller Welt "aufgesaugt" und "gehortet", Menschen getötet und schließlich Profit aus der Krise geschlagen.

"Jetzt versuchen Hacker der chinesischen Regierung, Informationen über die Impfung zu stehlen, damit sie sie zuerst herstellen können."

Trump liefert keine Beweise für angeblichen Ausbruch in Wuhan-Labor

Trump hatte zuvor schon den Verdacht geäußert, dass das Virus aus einem Labor in Wuhan stamme und sich nicht - wie bislang vielfach angenommen - von einem dortigen Wildtiermarkt aus verbreitet habe. Belege für diesen Vorwurf lieferte er nicht.

In diesem Punkt schien Trump am Donnerstag sogar einen Rückzieher zu machen. Gefragt nach Beweisen erklärte er: "Wir haben viele Informationen. Aber wissen Sie, das Schlimmste von allem - ob das Virus nun aus dem Labor oder von Fledermäusen kam - ist, dass es aus China kam, und dass sie es hätten aufhalten müssen."

Die USA haben China bereits Sanktionen wegen dessen Umgang mit der Corona-Pandemie angedroht. Eine Gruppe republikanischer Senatoren legte am Dienstag einen Gesetzentwurf vor, der Trump die Vollmacht zu Strafmaßnahmen verleihen soll, falls Peking nicht "volle Rechenschaft" über den Ausbruch des Virus ablege.

Die US-Bundespolizei FBI und die Agentur für Internetsicherheit erklärten am Mittwoch, Unternehmen und Organisationen seien vor der Gefahr gewarnt worden, dass "die Volksrepublik China sie wahrscheinlich ins Visier nimmt und ihr Netzwerk manipuliert". (hub/afp/dpa)

Trumps Corona-Experte Anthony Fauci warnt vor neuen Ausbrüchen: "Vielleicht nicht mehr zu kontrollieren"

Dr. Anthony Fauci ist bezüglich des Kampfes gegen die Verbreitung des Coronavirus erster Berater der US-Regierung Donald Trumps. Der Präsident aber redet die Bedrohung klein und ignoriert Faucis Expertise. Vor dem Senat verschafft sich der 79-Jährige Gehör. Er hat Angst um die Menschen.
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