US-Präsident Donald Trump hat den Hotelmagnaten Gordon Sondland für den seit mehr als einem Jahr vakanten Posten des Botschafters bei der Europäischen Union ernannt.

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Das teilte das Weiße Haus am Donnerstag (Ortszeit) mit. Die Berufung des 61-jährigen muss noch vom Senat bestätigt werden.

Das "Wall Street Journal" hatte bereits im März unter Berufung auf EU-Vertreter berichtet, die US-Regierung habe bei der Europäischen Union sondiert, ob Sondland ein für sie akzeptabler Botschafter wäre.

Eigentlich anderer Kandidat vorgesehen

Nach Trumps Amtsantritt vor rund 16 Monaten war darüber spekuliert worden, dass er einen anderen Kandidaten, den extrem europakritischen Wirtschaftsprofessor und Unternehmer Ted Malloch, als Botschafter zur EU entsenden könnte. Malloch hatte sich selbst für diesen Posten ins Gespräch gemacht. Führende Mitglieder des Europaparlaments riefen dazu auf, dem Europaverächter die erforderliche Akkreditierung zu verweigern.

Malloch hat die EU mit der Sowjetunion verglichen, den Brexit als den Beginn des Zerfalls der Union bezeichnet und auch den raschen Kollaps des Euro vorhergesagt. Das schien gut zu der harschen Europakritik Trumps zu passen, die dieser seit seinem Amtsantritt aber rhetorisch abgemildert hat.

Das "Wall Street Journal" berichtete dann im Mai vergangenen Jahres, die US-Regierung habe Malloch nie für den Botschafterposten in Betracht gezogen. Der nun für den Posten nominierte Geschäftsmann Sondland ist hingegen bislang nicht mit harter Europakritik aufgefallen.

Großspender bekommt Botschaftsposten

Der Gründer der Provenance-Hotelkette spendete laut US-Medienberichten eine Million Dollar an das Komitee, das die Feierlichkeiten zu Trumps Amtsantritt organisierte. Es ist nicht unüblich, dass US-Präsidenten ihre Großspender mit Botschafterposten belohnen.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament, David McAllister, begrüßte die Nominierung des neuen US-Botschafters. Dies sei "eine gute Nachricht, auf die wir lange gewartet haben", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Angesichts der auf beiden Seiten des Atlantiks "recht unterschiedlichen politischen Sichtweisen auf manche globalen Herausforderungen" sei der politische Dialog wichtig. Dazu könne der neue Botschafter "einen aktiven Beitrag leisten".© AFP

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