Die von Donald Trump angekündigten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte sorgen weltweit für Aufregung. Sigmar Gabriel fordert eine entschlossene Antwort.

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Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) fordert eine entschlossene Antwort der EU auf die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte. "Daran sollte in Washington kein Zweifel bestehen", sagte Gabriel den Zeitungen der Funke-Mediengruppe und der "Welt".

Deutsche und europäische Unternehmen betrieben kein Dumping. Die EU hat bereits Gegenmaßnahmen angekündigt.

Er sehe die Entwicklung mit "größter Sorge", so Gabriel. "Ein solcher weltweiter US-Rundumschlag würde gerade unsere Exporte und Arbeitsplätze mit am stärksten betreffen."

Gabriel: "Überhaupt nicht nachvollziehbar"

Es seien Tausende Arbeitsplätze in Europa gefährdet. Die Begründung der USA mit nationalen Sicherheitsinteressen sei "insbesondere gegenüber EU- und Nato-Partnern überhaupt nicht nachvollziehbar".

"Diese drohende schwere handelspolitische Auseinandersetzung zwischen den USA und Europa ist weder im Interesse Europas noch der USA", erklärte Gabriel. Wenn zwei sich stritten, profitiere der Dritte. "Deshalb hoffe ich, dass Präsident Trump seine Ankündigung noch einmal überdenkt. Wir müssen alles dafür tun, einen internationalen Handelskonflikt zu vermeiden."

Merkel-Sprecher: Handelskrieg in niemandes Interesse

Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisierte Trumps Vorhaben ebenso. "Die Bundesregierung lehnt solche Zölle ab", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Nachrichten sind langweilig und dröge? Es kommt auf den Blickwinkel an.

Das Problem der weltweiten Überkapazitäten in diesen Bereichen lasse sich so nicht lösen. Man stehe hinter der EU-Kommission, die bereits Vergeltungsmaßnahmen angekündigt hat.

Ein "Handelskrieg" könne "in überhaupt niemandes Interesse sein", betonte Seibert, auch nicht in dem der USA.

China warnt die USA

Auch China kritisierte Trump für seine Ankündigkung und warnte die USA davor, weitere Maßnahmen dieser Art zu ergreifen. "Würden alle Länder dem Beispiel der Vereinigten Staaten folgen, hätte dies zweifellos schwerwiegende Auswirkungen auf den internationalen Handel", sagte eine Sprecherin des Pekinger Außenministeriums am Freitag.

China fordere die USA dazu auf, Zurückhaltung bei der Nutzung von Instrumenten des Handelsschutzes zu üben und sich an internationale Handelsregeln zu halten. Die USA sollten vielmehr damit beginnen, "positive Beiträge" zum Welthandel zu leisten.

Die EU drohte den USA umgehend Vergeltung an, auch der US-Nachbar Kanada warnte vor Gegenmaßnahmen. China, das für rund zwei Prozent der Stahlimporte in die USA verantwortlich ist, verkündete am Freitag zunächst keine Strafen als Antwort auf die US-Zölle. (dpa/tfr)