Hat Fox News einen Bericht über die angebliche Affäre Donald Trumps mit der Pornodarstellerin Stormy Daniels vor der US-Wahl 2016 zurückgehalten? Das Magazin "New Yorker" erhebt schwere Vorwürfe gegen den Lieblingssender des US-Präsidenten.

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Neue Aufregung um die angebliche Affäre des US-Präsidenten Donald Trump mit der Pornodarstellerin Stormy Daniels: Wie der "New Yorker" berichtet, soll die Journalistin Diana Falzone von Fox News bereits vor der Präsidentschaftswahl im November 2016 genaue Kenntnis über Beziehungen zwischen Trump und Daniels, die eigentlich Stephanie Clifford heißt, gehabt haben. Veröffentlicht wurde der Bericht aber nicht.

Demnach lagen Falzone Aussagen von Daniels' Ex-Mann Mike Moz und ihrer damaligen Managerin Gina Rodriguez vor, die die Affäre bestätigten. Zudem soll sie im Besitz des E-Mail-Verkehrs zwischen Daniels' Anwalt und Trumps damaligem rechtlichen Beistand Michael Cohen sein, in dem es um eine finanzielle Entschädigung Daniels' sowie eine Schweigeverpflichtung geht.

Laut "New Yorker" hatte Falzone sogar den Vertrag zwischen Trump und Daniels zu Gesicht bekommen - das alles wohlgemerkt vor der Wahl Trumps zum US-Präsidenten.

Fox veröffentlicht Recherchen zur Affäre zwischen Trump und Daniels nicht

Doch warum schafften es die Recherchen von Diana Falzone nicht vor der Wahl an die Öffentlichkeit? Falzone arbeitete damals für foxnews.com, den Online-Auftritt des TV-Senders Fox News. Laut dem Bericht des "New Yorker" war keiner ihrer Vorgesetzten bereit, den brisanten Bericht zu veröffentlichen.

Einer ihrer Chefs, Ken LaCorte, soll sie demnach mit folgenden Worten abgespeist haben: "Gute Arbeit, Kindchen. Aber Rupert will, dass Donald Trump gewinnt. Lass es also lieber bleiben."

Mit Rupert ist Rupert Murdoch gemeint, australischer Medienmogul, Chef von Fox News und enger Vertrauter Trumps. So sollen die beiden Männer regelmäßig miteinander telefonieren.

In den USA hat Fox News unter einigen politischen Kommentatoren inzwischen den Ruf eines Staatssenders. Auffällig oft gibt der US-Präsident dem zu 21st Century Fox gehörenden Nachrichtenkanal Exklusivinterviews oder retweetet Beiträge des Senders.

Falzone darf über Angelegenheit nicht sprechen

LaCorte bestreitet, dass dieses Zitat gegenüber Falzone gefallen sei. Einer von Falzones früheren Kollegen hat allerdings gegenüber dem "New Yorker" bestätigt, dass diese Aussage so getätigt worden sei.

Im Januar 2017 wurde Falzone dann ohne Angabe von Gründen von Fox entlassen, vier Monate später verklagte sie das Nachrichtennetzwerk und unterschrieb zur Beendigung der Klage im Rahmen einer finanziellen Entschädigung eine Verschwiegenheitserklärung.

Detailliert publik wurde die Zahlung an Daniels erst im Frühjahr 2018 durch das "Wall Street Journal". Vergangene Woche hatte Trumps inzwischen Ex-Anwalt Cohen vor dem US-Repräsentantenhaus unter Eid eingeräumt, Daniels kurz vor der Präsidentschaftswahl ein Schweigegeld in Höhe von 130.000 Dollar gezahlt zu haben. Ein Bekanntwerden der Affäre vor der Wahl hätte Trumps Chancen im Kopf-an-Kopf-Rennen mit Hillary Clinton empfindlich schmälern können.

Das Bundesgericht in New York, das Cohen im Dezember unter anderem wegen dieser Zahlung verurteilte, sieht darin eine illegale Wahlkampffinanzierung. Trump habe ihm später das Geld mit verdeckten Zahlungen zurückerstattet, behauptet Cohen.

Im Januar 2018, als er schon nicht mehr bei Fox News arbeitete und das "Wall Street Journal" über die Schweigegeldzahlung Trumps an Daniels berichtet hatte, räumte LaCorte gegenüber mediaite.com ein, dass er Falzones Geschichte abgelehnt hatte.

Allerdings nicht, um Donald Trump zu beschützen, sondern weil es der Story angeblich an stichhaltigen Beweisen mangelte und sie den journalistischen Ansprüchen von Fox News nicht genügt habe.

Verwendete Quellen:

  • www.newyorker.com: "The Making of the Fox News White House"
  • www.mediaite.com: "Former Head of FoxNews.Com Denies Trump-Porn Star Story Was Ignored: 'Easy Call to Make'"

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