Auf dem Linken-Parteitag in Leipzig ist es am Sonntag zu einem offenen Streit über die flüchtlingspolitischen Vorstellungen von Fraktionschefin Wagenknecht gekommen. In einer Rede verteidigte sie ihre Vorschläge zu Einschränkungen bei der Zuwanderung - und wurde dafür von Delegierten zum Teil heftig angegriffen.

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In der parteiinternen Debatte der Linken über die Migrationspolitik hat Fraktionschefin Sahra Wagenknecht zu Sachlichkeit und einem Ende der Diffamierungen aufgerufen.

Alle in der Linken seien sich einig, dass Verfolgte Asyl und Hilfe bekommen sollten, sagte Wagenknecht am Sonntag beim Bundesparteitag der Linken in Leipzig. "Es zeugt nicht von gutem Stil, dass immer wieder so getan wird, das wäre anders. Nein, das ist nicht anders."

Streit gebe es über die Arbeitsmigration und die Frage, ob es einen unbeschränkten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt geben solle. "Warum können wir das nicht sachlich tun - ohne Diffamierungen?"

Delegierte reagieren mit Buh-Rufen

Es sei eine "Unkultur der Debatte" und "infam", jemandem bei dieser Frage Rassismus, Nationalismus und Nähe zur AfD vorzuwerfen. Stattdessen müsse die Linke sich der AfD und den Rechten in der Gesellschaft entgegenstellen, anstatt sich gegenseitig zu zerlegen. Die Delegierten reagierten zum Teil mit Buh-Rufen auf Wagenknechts Äußerungen.

Nach ihrer Rede kam es zu hitzigen Wortmeldungen von Delegierten und zu dem überraschenden Antrag, eine Debatte zu dem Thema einzuschieben.

Mit nur einer Stimme Vorsprung entschied der Parteitag, eine solche außerplanmäßige Debatte zum Thema Migration und zu Wagenknechts Positionen einzufügen. (jwo)

Mit Material von dpa und AFP