• Nach der Schlappe bei der Parlamentswahl hatte Premierministerin Borne ihren Rücktritt angeboten.
  • Diesen Rücktritt hat Frankreichs Präsident Macron nun abeleht.
  • Nach dem Verlust der absoluten Mehrheit stehen für Macron nun wichtige Gespräche auf dem Plan.

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach seiner Schlappe bei der Parlamentswahl ein Rücktrittsgesuch von Premierministerin Élisabeth Borne am Dienstag abgelehnt. Er wolle, dass sie im Amt und die Regierung damit handlungsfähig bleibe, teilte der Élyséepalast am Dienstag mit. Das Rücktrittsgesuch der amtierenden Regierung ist nach der Parlamentswahl in Frankreich üblich und eher ein formeller Akt.

Nun aber ist die Lage eine besondere. Bei der Wahl am Sonntag nämlich hatte das Mitte-Lager des Präsidenten keine absolute sondern nur noch eine einfache Mehrheit erhalten, eine in Frankreich seit über 30 Jahren nicht mehr da gewesene Situation.

Macron muss Gespräche führen

Vor diesem Hintergrund begann Macron am Dienstagmorgen nacheinander Gespräche mit den Führern der im Parlament vertretenen Parteien, um Möglichkeiten für eine konstruktive Zusammenarbeit oder Koalition auszuloten. Bis zum Mittwoch sollten diese Gespräche abgeschlossen sein, hieß es aus dem Élyséepalast.

Die eigentlich am Dienstag geplante Kabinettssitzung wurde abgesagt. Regierungschefin Borne habe am Nachmittag ein Treffen mit den Ministerinnen und Ministern einberufen, berichtete die Zeitung "Le Parisien".  © dpa

Macron verliert absolute Mehrheit im französischen Parlament

Emmanuel Macron verliert absolute Mehrheit im französischen Parlament

Bisher verfügte sein Lager in der Nationalversammlung über 350 Sitze und lag damit bequem oberhalb der 289 Abgeordneten, die es für die absolute Mehrheit braucht. Das hat sich nun geändert. Die Linke um Jean-Luc Mélenchon und die extreme Rechte um Marine Le Pen sind die Gewinner der zweiten Runde der Parlamentswahlen. Für Macron dürfte es in Zukunft schwieriger werden, Gesetzesvorhaben umzusetzen.