Nach dem Gesundheitszustand von Alexander van der Bellen ist nun auch der Norbert Hofers Thema im Wahlkampf. Wie der "Kurier" berichtete, hat der Präsidentschaftskandidat der FPÖ Anspruch auf eine Berufsunfähigkeitspension. In einem Interview verteidigte sich Hofer.

Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer hat seit 2015 Anspruch auf eine Berufsunfähigkeitspension, diese aber nie eingefordert. Der Antrag auf Pflegegeld sei abgelehnt worden, wie der "Kurier" (Donnerstag-Ausgabe) berichtet. Die Zeitung hat die Unterlagen der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) laut eigenen Angaben von einem Insider erhalten und die Sache ins Rollen gebracht.


Im ZIB2-Interview erklärt Hofer die Hintergründe. "Ich hatte einen schweren Unfall nach meinem ersten Unfall. Ich hatte eine Verletzung am Bein, sodass auch der Knochen frei gelegen ist, das ist lange nicht verheilt. (…) Zu diesem Zeitpunkt habe ich die Berufsunfähigkeitspension beantragt. Aber ich hatte dann das Glück, dass der Fuß verheilt ist", sagte der Präsidentschaftskandidat. Hofer kritisiert, dass die Bescheide vor der Bundespräsidentenwahl an die Öffentlichkeit gelangt sind.

"Behinderung ist keine Krankheit"

Über seine Krankheit habe er sich in seinem Buch "Leben nach der Querschnittlähmung" geäußert. "Behinderung ist keine Krankheit, Behinderung ist etwas völlig anderes. (…) Natürlich ist es bei mir so, dass, wenn ich meinen Alltag meistere, ich mich doppelt anstrengen muss, weil eine Gehbehinderung etwas ist, was mich einschränkt. Aber man kann damit arbeiten, man kann damit leben", erklärte Hofer im Interview.

Van der Bellen nimmt Hofer in Schutz

Hofer zeigte sich empört, dass die vertraulichen Unterlagen über den "Kurier" an die Öffentlichkeit gekommen seien und kündigte rechtliche Schritte an. "Jetzt wird der Wahlkampf wirklich schmutzig", ließ Hofer auch über die sozialen Netzwerke verlautbaren:


Der von den Grünen unterstützte Kandidat Alexander Van der Bellen stärkte ihm den Rücken. "Bei allen Auffassungsunterschieden - in gesundheitlich ungewisser Zeit für alle Eventualitäten vorzusorgen ist keineswegs verwerflich, sondern grundvernünftig. So etwas ist Privatsache und sollte daher auch privat bleiben. Ich möchte meinen Gegenkandidaten daher in dieser Frage ausdrücklich in Schutz nehmen und zu mehr Besonnenheit aufrufen", zitiert die APA Van der Bellen.

Hofer: Keine erneute Wahlanfechtung

Bezüglich der anstehen Wahl zeigte sich Hofer zuversichtlich, dass es keine zweite Anfechtung gebe. "Dieses Mal wird alles passen", sagte Hofer. Er gehe davon aus, dass alles korrekt ablaufen wird und es keinen Grund für eine Anfechtung gebe. (rs)