In Bayern tobt ein Machtkampf. Mittendrin CSU-Chef und Ministerpräsident Horst Seehofer. Zahlreiche Stimmen in der Partei fordern seit dem Debakel bei der Bundestagswahl seinen Rückzug. Beinahe hätte jetzt ausgerechnet Kanzlerin Angela Merkel für sein politisches Überleben gesorgt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat CSU-Chef Horst Seehofer bei den Jamaika-Gesprächen einen Ministerposten angeboten.

"Ich bin von der Union und ihrer Vorsitzenden bei den Jamaika-Sondierungen gefragt worden, ob ich für den Fall der Fälle ein Ministeramt übernehmen würde", sagte Seehofer der "Bild am Sonntag". Das habe sich durch das Ende der Gespräche erledigt.

Bleibt Seehofer CSU-Parteichef?


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Seehofer hält sich noch offen, ob er Parteichef bleiben will. "Nun werde ich erstaunlicherweise von vielen Parteifreunden mit der Argumentation bedrängt, es sei für Bayern und Deutschland wichtig, dass ich diese Funktion behalte und erneut als Parteichef kandidiere. Das raten mir auch Leute, die mich bisher kritisiert haben. In dieser Frage bin ich aber noch unentschieden", sagte Seehofer.

Er werde einer Verjüngung an der Spitze nicht im Wege stehen, versicherte er: "Ich klammere nicht und arbeite ernsthaft an einer Zukunftslösung für die CSU mit." In der CSU tobt ein Machtkampf um die Führung der Partei und des Freistaats Bayern. Eine Entscheidung soll bis Anfang Dezember fallen.

Seehofer warnt die SPD

Der CSU-Chef plädierte für eine Neuauflage der großen Koalition. "Ein Bündnis von Union und SPD ist die beste Variante für Deutschland - besser jedenfalls als Jamaika, Neuwahlen oder eine Minderheitsregierung", sagte Seehofer.

Er warnte zugleich die SPD davor, zu viele Bedingungen zu stellen. "Ich kann der SPD nur raten, nicht mit überzogenen Forderungen in Gespräche mit der Union zu gehen, sondern realistisch zu bleiben. Eine große Koalition um jeden Preis darf es nicht geben."

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Seit 2008 ist Horst Seehofer CSU-Chef und Ministerpräsident. Gerne kokettiert er mit der Geschichte, dass er nie beide Ämter haben wollte. Dass sie auch künftig in der Hand einer Person bleiben, ist unwahrscheinlich. Dazu gibt es zu viele Kandidaten.

© dpa