Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde seit Beginn der Flüchtlingskrise 2015 über 1.000 Mal wegen Hochverrats angezeigt. Nun weist die Bundesstaatsanwaltschaft die Strafanzeigen als "haltlos" zurück.

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Bei der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe sind nach einem Zeitungsbericht seit Beginn des Flüchtlingszuzugs im Jahr 2015 mehr als 1.000 Strafanzeigen gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wegen Hochverrats eingegangen.

"Die Strafanzeigen gegen die Bundeskanzlerin haben sich alle als haltlos erwiesen", sagte die Sprecherin der Behörde, Frauke Köhler, dem "Mannheimer Morgen" (Mittwoch).

Ein größerer Teil der Anzeigen stammt dem Bericht zufolge aus dem Kreis von AfD-Anhängern. Die Bundesanwaltschaft ist für Staatsschutzstrafsachen zuständig, die die innere und äußere Sicherheit Deutschlands berühren. Die Behörde muss alle Strafanzeigen prüfen.

Merkel immer wieder in der Kritik - vor allem bei Wahlkampfauftritten im Osten

In Sachsen-Anhalt wurde die Kanzlerin bei Wahlkampf ausgebuht.


Doch wird die Kanzlerin nicht nur angezeigt, in letzter Zeit häufen sich Störungen bei Wahlkampfauftritten Merkels - vor allem in Ostdeutschland.

Bei einer Veranstaltung am Dienstag in Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) wurde die CDU-Vorsitzende mit viel Beifall, aber auch lauten Buh-Rufen und Pfiffen empfangen. "Hau ab, hau ab", schallte es ihr zu Beginn ihrer Rede entgegen. Bitterfeld-Wolfen gilt als Hochburg der AfD.

Auch schon bei anderen Auftritten in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen hatten Demonstranten die Kanzlerin mit Pfeifkonzerten, Buh-Rufen und Plakaten mit Parolen wie "Merkel muss weg" empfangen.

Am vergangenen Samstag hatte Merkel dazu in Quedlinburg gesagt: "Manche glauben, dass man die Probleme der Menschen in Deutschland mit Schreien bewältigen und lösen kann. Ich glaube das nicht und gehe davon aus, die Mehrheit heute hier auf diesem Platz auch nicht."

Bei einem Wahlkampfauftritt in Sachsen haben Anhänger der AfD und Pegida Bundeskanzlerin Angela Merkel wütend beschimpft. 


© dpa