SPD-Chef Sigmar Gabriel will nach Informationen der "Bild" bei der Bundestagswahl im kommenden Herbst als Kanzlerkandidat seiner Partei antreten. Auf Twitter bezeichnet der Parteivorstand den Bericht als "Spekulationen".

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Diese Entscheidung habe der Vizekanzler und Wirtschaftsminister nach internen Gesprächen und unter anderem auf dringendes Anraten von Altkanzler Gerhard Schröder getroffen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Parteikreise.

Schröder: "Du musst klar machen, dass du es wirklich willst!"

Demnach habe Schröder Sigmar Gabriel im Sommer und Herbst 2015 geraten: "Du musst klarmachen, dass du es wirklich willst!"

Hinzu kam laut dem Bericht das sichere Gefühl Gabriels, auf den SPD-Vorsitz verzichten zu müssen, wenn er nicht als Kanzlerkandidat antrete.

Der SPD-Parteivorstand schrieb in einer Reaktion auf Twitter, es handele sich um "Spekulationen".

Es bleibe dabei, dass die Frage der SPD-Kanzlerkandidatur erst am 29. Januar entschieden werde.

Gabriel sieht laut den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland keine Notwendigkeit für eine Urwahl des Kanzlerkandidaten seiner Partei.

Gabriel hält Urwahl für unnötig

Er habe zwar die Möglichkeit einer Urwahl durch die SPD-Mitglieder stets befürwortet und in die Satzung schreiben lassen. Doch ein solcher Mitgliederentscheid setze voraus, "dass es ernsthafte Gegner gibt, also zwei, drei Leute, die sagen: 'Auf keinen Fall darf es der oder die andere werden! Ich bin besser!'"

Wenn dies nicht so sei, wirke das Verfahren unglaubwürdig. "Man kann so etwas nicht als Schauspiel aufführen", betonte Gabriel. Als Alternative für Gabriel war zuletzt Noch-EU-Parlamentspräsident Martin Schulz gehandelt worden.

(dpa/mgb)