Diese Regierungsbildung zieht sich wie Kaugummi. Doch Deutschland hat es fast geschafft. Ein Überblick über die letzten Schritte zur neuen GroKo.

Das Ende der längsten Regierungsbildung in der Geschichte der Bundesrepublik ist in Sicht. 171 Tage nach der Bundestagswahl soll Bundeskanzlerin Angela Merkel am 14. März im Bundestag wiedergewählt werden und das neue Kabinett seine Arbeit aufnehmen.

Ein paar Dinge sind bis dahin aber noch zu erledigen:

1. CSU gibt Minister bekannt

An diesem Montag berät die CSU über die Vergabe der vier Ministerposten in der neuen Bundesregierung und den konkreten Fahrplan für die Übergabe des Ministerpräsidentenamtes von Parteichef Horst Seehofer an Markus Söder.

Wer zum Zug kommen wird, ist jedoch schon vor der für 14 Uhr angesetzten Pressekonferenz durchgesickert: Horst Seehofer, Dorothee Bär, Andreas Scheuer und Gerd Müller dürfen aller Voraussicht nach auf dem Chefsessel eines Ministeriums Platz nehmen.

2. SPD gibt Minister bekannt

Auch die SPD muss ihre sechs Minister noch vorstellen. Nach Angaben des kommissarischen Vorsitzenden Olaf Scholz soll es bis zum kommenden Wochenende Klarheit über die Kabinettsliste geben.

Es wird damit gerechnet, dass Scholz, bisher Hamburgs Erster Bürgermeister, Vizekanzler und Finanzminister wird. Die spannendste der noch offenen Fragen lautet: Wer wird Außenminister?

3. Union und SPD klären Details

Merkel hat ihre sechs CDU-Minister bereits vor dem SPD-Mitgliederentscheid benannt und kann sich nun erst einmal entspannt zurücklehnen.

Mitte der Woche ist sie mit der SPD-Spitze verabredet, um noch ein paar technische Details zu klären. Dazu gehört der Termin für die Unterzeichnung des Koalitionsvertrags. Wie nah dieser an der Vereidigung des Kabinetts liegt, ist noch unklar

4. Wahl des Bundeskanzlers

Am 14. März soll Merkel zum vierten Mal zur Bundeskanzlerin gewählt werden. Beim letzten Mal hatte sie mit 74,4 Prozent so viele Stimmen bekommen wie kein Kanzler vor ihr.

Nach dem Absturz von Union und SPD bei der Bundestagswahl stellen die beiden Fraktionen jetzt aber nur noch 56 Prozent der Abgeordneten. Der Mehrheitspuffer beträgt nur noch 44 Stimmen.

Das dürfte die Koalitionsreihen aber zusammenschweißen. Beim letzten Mal bekam Merkel 39 Gegenstimmen aus Union und SPD, so viele werden es diesmal wohl nicht wieder sein.

5. Bundespräsident vereidigt Minister

Unmittelbar nach der Wahl Merkels werden die Minister von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue ernannt und dann im Bundestag vereidigt. Anschließend könnte noch am selben Tag die erste Kabinettssitzung stattfinden.  © dpa

Rund zwei Drittel der SPD-Mitglieder sind für den Eintritt in eine Koalition mit CDU und CSU. Die Parteiführung ist froh über das Votum – doch die Probleme der Sozialdemokraten sind damit noch nicht aus dem Weg geräumt.