Kanzlerin Angela Merkel hat der SPD ein Gesprächsangebot über eine mögliche große Koalition unterbreitet. Sie macht aber auch klar, dass solche Gespräche auch Kompromisse erfordern.

CDU-Chefin Angela Merkel hat der SPD faire Gespräche über die mögliche Aufnahme von Koalitionsverhandlungen angeboten.

Wie die Sondierungen mit FDP und Grünen wolle ihre Partei diese Gespräche "ernsthaft, engagiert, redlich" führen, sagte die Kanzlerin nach einer CDU-Vorstandssitzung am Montag in Berlin. "Es gibt jetzt ein Gesprächsangebot, das meinen wir ernst."

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Wer könnte auf Seehofer folgen? Die möglichen CSU-Hoffnungsträger für die Zukunft.

Seit 2008 ist Horst Seehofer CSU-Chef und Ministerpräsident. Gerne kokettiert er mit der Geschichte, dass er nie beide Ämter haben wollte. Dass sie auch künftig in der Hand einer Person bleiben, ist unwahrscheinlich. Dazu gibt es zu viele Kandidaten.

Merkel: "Gespräche erfordern Kompromisse"

Die Union gehe dabei natürlich von ihrem Wahlprogramm mit bestimmten "sehr bedeutsamen" Punkten aus. "Aber wir wissen natürlich, dass solche Gespräche auch immer Kompromisse erfordern." Merkel hob mit Blick auf drängende europäische und internationale Fragen erneut hervor, dass es um die Bildung einer stabilen Regierung gehe.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat für Donnerstag Merkel, SPD-Chef Martin Schulz und CSU-Chef Horst Seehofer zu Gesprächen ins Schloss Bellevue eingeladen.

Merkel will stabiles politisches Bündnis

Auf die Frage, ob von einer möglichen neuen großen Koalition auch ein Aufbruchsignal ausgehen könnte, sagte Merkel, es habe nach der Bundestagswahl zwei rechnerische Möglichkeiten für eine Regierung gegeben. Beide seien "gleich viel wert". Es gehe um ein stabiles politisches Bündnis.

Daneben gebe es Themen mit "größerer Dringlichkeit" als vor vier Jahren. Merkel nannte das "Auseinanderfallen der Lebenswirklichkeit" nach Ansicht vieler Menschen, die Wohnungsnot in Ballungsgebieten sowie die Angst in dünn besiedelten Regionen, vom öffentlichen Personennahverkehr, der medizinischen Versorgung und Schulen verlassen zu sein. Darauf werde eine neue Regierung in den nächsten vier Jahren Antworten geben müssen.


© dpa

Teaserbild: © picture alliance / Kay Nietfeld/