• Am Sonntag, 26. September 2021, wird der 20. deutsche Bundestag gewählt.
  • Wenige Tage vor der Wahl treffen alle Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der Parteien in einer großen TV-Runde zusammen.
  • Und das nach bereits drei TV-Triellen.

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Nach den drei TV-Dreikämpfen zwischen Armin Laschet (CDU), Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD) strahlen ARD und ZDF wenige Tage vor der Bundestagswahl noch einmal eine große TV-Debatte mit Spitzenpolitikern der im Bundestag vertretenen Parteien aus.

Der Sendetermin des großen TV-Runde vor der Bundestagswahl 2021: Am 23. September auf ARD und ZDF

Neben den zwei Kanzlerkandidaten und der Kanzlerkandidatin werden am Donnerstag (23. September, 20.15 Uhr) die Spitzenkandidaten Alice Weidel (AfD), Christian Lindner (FDP) und Janine Wissler (Linke) sowie CSU-Chef Markus Söder erwartet. Das kündigten die öffentlich-rechtlichen Sender am Montag an. Am Sonntag darauf ist die Bundestagswahl. ARD-Hauptstadtstudioleiterin Tina Hassel und ZDF-Hauptstadtstudioleiter Theo Koll moderieren die Sendung.

Drittes Triell: Rot-Grüner Schulterschluss gegen Armin Laschet

Themen wie der Pflegenotstand oder die Digitalisierung wurden ausführlicher besprochen als bei den ersten beiden Duelle, aber: Außenpolitik stand wieder nicht auf der Agena. Im Gegensatz zu den beiden ersten Triellen wurde das Format immer wieder durch Einspielfilme aufgelockert, in denen Bürgerinnen und Bürger zu Wort kommen.

Am 19. September war Annalena Baerbock von Beginn an im Angriffsmodus. Die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen lieferte sich vor allem mit Laschet heftige Rededuelle. "Ich frage mich, was mit Ihnen los ist", sagte Baerbock in Richtung des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, als dieser sich gegen ein Verbot von Verbrennungsmotoren starkmachte. Laschets Argumente seien "Jahrzehnte von der Realität entfernt", schob Baerbock hinter.

Auffällig war, dass Baerbock und Scholz häufig die gleichen Positionen vertragen. Zum Beispiel beim Mindestlohn (12 Euro) und Hartz IV. "Am liebsten würde ich mit den Grünen regieren", sagte Scholz dann auch am Ende. Auch Baerbock bevorzugt eine Koalition mit der SPD. Beide sähen gerne die CDU/CSU in der Opposition.

Mehr Attacke und wenig neue Inhalte im zweiten Triell

Nach der zweiten TV-Debatte der Kanzlerkandidaten von CDU/CSU, SPD und Grünen sieht sich die in den Umfragen zurückliegende Union gut für die Aufholjagd in den letzten beiden Wochen bis zur Wahl gerüstet. Allerdings ermittelten zwei Blitzerhebungen von Meinungsforschungsinstituten erneut den SPD-Bewerber Olaf Scholz als Gewinner des Triells, das am Sonntagabend von ARD und ZDF gesendet wurde. Wie schon vor zwei Wochen lag der CDU-Vorsitzende Armin Laschet bei der Frage, wer am überzeugendsten und glaubwürdigsten war, noch hinter der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Sie punktete jetzt in beiden Umfragen mit den besten Sympathiewerten.

Mehr Schärfe als vor zwei Wochen bei den Sendern RTL und ntv kam jetzt durch die Ermittlungen gegen die Geldwäsche-Zentralstelle des Zolls in die Debatte. Die Financial Intelligence Unit (FIU) gehört in den Geschäftsbereich von Bundesfinanzminister Scholz. Vor allem Laschet versuchte, Scholz mit Attacken unter Druck zu setzen. Dabei griff er auch nochmals den Wirecard- und den Cum-Ex-Skandal auf. Bei den inhaltlichen Fragen wie etwa dem Klimaschutz oder der Bekämpfung der Corona-Pandemie gab es praktisch keine neuen Argumente. Jedoch wurden diesmal auch Themen wie Digitalisierung oder Renten angesprochen, die vor zwei Wochen keine Rolle gespielt hatten.

Das erste Triell: Die große Wende im Bundestagswahlkampf brachte es nicht

CDU/CSU, SPD und Grüne haben die erste große Fernsehdebatte ihrer Kanzlerkandidaten gleichermaßen als Erfolg verbucht. So bescheinigte CSU-Chef Markus Söder dem zuletzt schwächelnden Unions-Kandidaten Armin Laschet (CDU) am Montag in München einen starken Auftritt: «Das war aus meiner Sicht genau das, was wir uns erhofft hatten.» Kritisch äußerte sich hingegen die politische Konkurrenz: Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner etwa beklagte auf Instagram, zentrale Themen wie Digitalisierung, Bildung oder Rente seien allenfalls «am Rande angesprochen» worden.

Beim Triell der Sender RTL und ntv hatten Laschet, Vizekanzler Olaf Scholz und die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock am Sonntagabend über Themen wie Afghanistan, Corona und den Klimawandel debattiert. 36 Prozent der rund 2500 Befragten einer repräsentativen Forsa-Umfrage unter wahlberechtigten Zuschauern gaben an, SPD-Kanzlerkandidat Scholz habe das Triell gewonnen. 30 Prozent sahen Baerbock vorn, nur 25 Prozent Laschet.

Trotzdem zog Laschet ein positives Fazit. Jetzt werde endlich über Themen geredet, sagte der CDU-Vorsitzende im Anschluss an eine Präsidiumssitzung seiner Partei in Berlin. Auf die Frage, wie frustrierend das anschließende Umfrageergebnis war, antwortete Laschet: «Gar nicht. Es haben fünf Millionen Menschen zugeschaut, um die geht es mir.»

Lesen Sie auch: Die Höhen und Tiefen von Armin Laschet – CDU-Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl 2021

Sie haben die ersten beiden Sendungen verpasst?

Wer die ersten TV-Wettkämpfe verpasst hat, kann diese in den jeweiligen Mediatheken im Nachhinein ansehen. Das Triell vom 29. August ist auf TVNow zu finden. Das zweite Triell können Sie in der ARD Mediathek nachschauen.

Das sind die Kanzlerkandidierenden:

Was ist ein TV-Triell?

Bei der Bundestagswahl 2021 wählen die Deutschen im September einen neuen Bundestag, der wiederum eine neue Kanzlerin oder einen neuen Kanzler wählt. In mehreren Diskussionsrunden treten die für dieses Amt Kandidierenden im TV gegeneinander an. In diesem Jahr spricht man nicht von einem TV-Duell, sondern von einem Triell, da es drei Anwärter auf das Kanzleramt gibt.

Armin Laschet, Annalena Baerbock und Olaf Scholz zeigen in den Triellen den Wählerinnen und Wählern, warum sie am besten für den Job geeignet sind. Vor der Wahl werden insgesamt drei Trielle im TV ausgestrahlt.

Mit Material der dpa

Triell-Panne: Was war da los hinter der Bühne?

Kurz vor der Bundestagswahl stellten sich die drei Spitzenkandidaten von SPD, CDU und Grünen am Sonntagabend einem TV-Triell. Doch der Höhepunkt des Schlagabtauschs fand hinter den Kulissen statt, denn da rumste es gewaltig.