Gibt es eine Neuauflage der Jamaika-Sondierungen? Während FDP-Vize Wolfgang Kubicki laut darüber nachdenkt, widerspricht Parteichef Christian Lindner vehement.

Die FDP debattiert in aller Öffentlichkeit über erneute Gespräche über die Bildung einer Jamaika-Koalition, für den Fall, dass Union und SPD keine Große Koalition auf die Beine stellen.

Parteichef Christina Lindner stellt sich dabei klar gegen seinen Vize Wolfgang Kubicki:

Lindner: "Jamaika für niemanden ein Thema"

"Die widersprüchlichen Wahlprogramme von FDP, Grünen und Union werden sich nicht in Luft auflösen. In dieser Wahlperiode ist Jamaika für niemanden mehr ein Thema“, sagte Lindner sagte den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland.

Mit dem Statement reagiert er auf anders lautende Äußerungen Kubickis.

Sollten die möglichen Gespräche über einen große Koalition von Union und SPD scheitern, muss die Lage nach dessen Worten auch aus Sicht der Liberalen neu bewertet werden.

Kubicki: Scheitert die GroKo, haben wir eine andere Lage"

Kubicki sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND): "Eines ist doch klar: Scheitert die GroKo, haben wir eine andere Lage."

Er bezog sich dabei nach RND-Angaben vom Dienstag auf sich aufschaukelnde politische Forderungen bei Union und SPD im Vorfeld möglicher Gespräche.

"Selbstverständlich werden die Freien Demokraten im Licht der Entwicklung neue Bewertungen vornehmen. Wir sind schließlich keine Dogmatiker", sagte Kubicki, ohne sich auf ein Ergebnis der Bewertungen festzulegen.

Die Liberalen hatten im November die Sondierungen über eine Jamaika-Koalition von Union, FDP und Grünen platzen lassen.

Daraufhin hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit den Vorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien Gespräche geführt, um Möglichkeiten über eine Regierungsbildung auszuloten.

Zuletzt gab es ein Treffen bei Steinmeier mit den Vorsitzenden von SPD, CDU und CSU, Martin Schulz, Angela Merkel und Horst Seehofer.

Die SPD-Spitze zeigte sich daraufhin bereit, ergebnisoffene Gespräche mit CDU und CSU über eine Regierungsbildung zu führen.© dpa