Juso-Chefin Johanna Uekermann hat sich skeptisch über eine Kanzlerkandidatur von SPD-Chef Sigmar Gabriel geäußert. "Ich glaube, dass die Stimmung nach wie vor sehr kritisch ist. Nicht nur bei den Jusos, sondern auch an der Parteibasis ihm gegenüber", sagte Uekermann am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin".

Sigmar Gabriel werde viel Arbeit haben, um die Partei hinter sich zu versammeln und für den Wahlkampf zu motivieren.

Zudem bedauerte die Juso-Chefin, dass der SPD-Kanzlerkandidat nicht per Urwahl gesucht wird. "Das wäre eine Chance gewesen für die Partei, zu diskutieren und dann zu entscheiden", erklärte Uekermann.

Gabriels Entscheidung nicht "so richtig zeitgemäß"

"Ich finde, so richtig zeitgemäß ist die Entscheidung, so wie sie jetzt fällt, nicht mehr." Wen sie als Kandidat favorisiert, sagte die Juso-Chefin nicht.

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Eva Högl wollte Berichte, wonach sich Gabriel bereits entschieden haben soll, als Kanzlerkandidat anzutreten, nicht bestätigen.

Högl sagte am Dienstag im Bayerischen Rundfunk: "Es ist natürlich keine Überraschung, dass Sigmar Gabriel der heiße Anwärter auf diese Aufgabe ist, denn er ist unser Parteivorsitzender und er hat den ersten Zugriff."

Die engere Parteiführung der SPD will am Dienstag bei einem Treffen in Düsseldorf über die Strategie für das Wahljahr 2017 beraten. Nach Angaben der Bundespartei soll dabei keine Entscheidung fallen, wer als Kanzlerkandidat ins Rennen geht.

Bundestagswahl 2017: Aktuelle News und Informationen© dpa