Martin Schulz würde die Parteimitglieder über eine mögliche Regierungsbeteiligung der SPD abstimmen lassen. Die vom Bundespräsidenten geforderten Gespräche will er führen - ein "Automatismus" für die Bildung einer Regierung seien diese aber nicht.

SPD-Chef Martin Schulz hat angekündigt, die Parteimitglieder über eine mögliche Regierungsbeteiligung abstimmen zu lassen.

Das erklärte der Vorsitzende der Sozialdemokraten am Freitag per Kurznachrichtendienst Twitter.


Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier habe die Parteien "in einem dramatischen Appell", wie Schulz schreibt, zu Gesprächen aufgerufen. "Dem werden wir uns nicht verweigern", so Schulz weiter.

Gleichzeitig betonte der SPD-Chef aber auch, dass die von Steinmeier geforderten Gespräche keine Garantie für die Bildung einer Regierungskoalition seien: "Es gibt keinen Automatismus in irgendeine Richtung."

Steinmeier lädt Merkel, Seehofer und Schulz ein

Zuvor hat Bundespräsident Steinmeier Kanzlerin Angela Merkel, CSU-Chef Horst Seehofer und Schulz zu einem gemeinsamen Gespräch ins Schloss Bellevue eingeladen.

Dabei soll es um die Lage nach dem Abbruch der Sondierungsgespräche von CDU, CSU, FDP und Grünen gehen, teilte die Sprecherin des Bundespräsidenten mit. Nach einem Termin werde noch gesucht, hieß es. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Bundespräsident übernimmt Initiative

Nach dem Scheitern der Sondierungen für eine Jamaika-Koalition hatte Steinmeier die Initiative übernommen und die Chefs von CDU und CSU, SPD, FDP und Grünen getroffen, um sich über die Gründe für den Abbruch der Verhandlungen zu informieren und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen Welche Lösung bevorzugen Sie?
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In der kommenden Woche will er auch die Fraktionschefs aller im Bundestag vertretenen Parteien sprechen.

Am Montagmittag trifft das Staatsoberhaupt die Grünen-Fraktionschefs Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter, danach den Unions- Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder sowie am frühen Abend die Linken-Fraktionsspitzen Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch.

Auch Treffen mit Alexander Gauland und Alice Weidel

Am Dienstagmorgen empfängt Steinmeier die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles. Danach reist er zu einem Kurzbesuch nach London.

Die AfD-Fraktionsspitzen Alexander Gauland und Alice Weidel trifft der Bundespräsident am Donnerstagabend. FDP-Fraktionschef Christian Lindner hatte er bereits am Dienstag in dessen Funktion als Parteichef gesprochen. (dpa/szu)

Hat der Bundespräsident seine alten Parteifreunde aus der SPD in die Pflicht genommen? Nach seinem Treffen in Schloss Bellevue sitzt SPD-Chef Schulz die halbe Nacht mit seinen Spitzengenossen zusammen. Kann die Partei ohne Gesichtsverlust in eine neue Groko gehen?


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