Ein mögliches CDU/CSU- und SPD-Bündnis wird nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen einer Umfrage zufolge plötzlich gut bewertet. Such Union und SPD können in der Wählergunst zulegen.

Zuletzt war in Umfragen immer wieder eine Jamaika-Koalition bevorzugtes Regierungsmodell der Wähler. Doch nach dem Platzen der Gespräche wandelt sich das Bild offenbar.

Eine deutliche Mehrheit ist einer "Bild am Sonntag"-Umfrage zufolge nun dafür, dass es Gespräche über eine Große Koalition gibt. 52 Prozent sprechen sich dafür aus, nur 39 Prozent dagegen. Neun Prozent wollten sich nicht festlegen.

Union und SPD profitieren von Jamaika-Aus

Zudem können Union und SPD am meisten vom Jamaika-Aus profitieren. Im sogenannten Sonntagstrend verbessern sich CDU/CSU um zwei Prozentpunkte auf 33 Prozent, die Sozialdemokraten steigen um einen Punkt auf 22 Prozent. Ebenfalls um einen Punkt zulegen konnte die Linke, die nun auf 10 Prozent kommt.

Die drei anderen im Bundestag vertretenen Parteien verzeichnen dagegen Einbußen. Die AfD sinkt um zwei Punkte und erzielt im "Sonntagstrend" mit 11 Prozent den niedrigsten Wert seit der Bundestagswahl. Grüne und FDP verlieren je einen Punkt und erreichen nun 10 beziehungsweise 9 Prozent.

Yougov-Umfrage zeichnet anderes Bild

Das Meinungsforschungsinstitut Yougov befragte derweil Bürger, welche Partei ihrer Meinung nach am stärksten vom Jamaika-Aus profitiert.

35 Prozent glauben, dass die AfD den größten Nutzen daraus zieht. 12 Prozent meinen dies für die SPD. Dahinter liegen die CDU (8 Prozent), die FDP (7), die Grünen (5), die Linke (2) und die CSU (1).

Ob Bundeskanzlerin Angela Merkel Regierungschefin bleiben soll, da sind die demnach Deutschen gespalten. 40 Prozent plädieren für eine Fortdauer der Kanzlerschaft der CDU-Chefin, 41 Prozent sind dagegen.

Klarer ist das Votum in Bezug auf SPD-Chef Martin Schulz. Nur 23 Prozent wären dafür, dass er bei Neuwahlen erneut als Kanzlerkandidat antritt, 56 Prozent lehnen dies ab.

In Bayern tobt ein Machtkampf. Mittendrin CSU-Chef und Ministerpräsident Horst Seehofer. Zahlreiche Stimmen in der Partei fordern seinen Rückzug. Beinahe hätte Kanzlerin Angela Merkel für sein politisches Überleben gesorgt.


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