Heute endet die Wahl zum Europaparlament. Auch die Bürger in Deutschland haben gewählt - und dabei Union und SPD abgestraft. Alle Ergebnisse und Informationen zur Europawahl 2019 finden Sie hier.

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Damit beenden wir den Ticker. Einen schönen Abend und gute Nacht!

23:24 Uhr: Das vorläufige Endergebnis für Deutschland ist da. Die CSU hat demnach 40,7 Prozent der Stimmen erreicht. Dies teilte der Landeswahlleiter am Sonntagabend mit. Die CSU schrammte damit knapp an einer historischen Pleite bei Europawahlen vorbei und bleibt mit Abstand stärkste Kraft im Freistaat.

Die Grünen landeten mit einem Rekordergebnis (19,1 Prozent) auf Platz zwei. Dahinter folgten mit großen Abständen SPD (9,3 Prozent) und AfD (8,5 Prozent). Für die Freien Wähler stimmten 5,3 Prozent, für die FDP 3,4 und für die ÖDP 3,1. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,9 Prozent.

23:07 Uhr: In Italien ist die rechte Lega von Matteo Salvini einer Prognose zufolge stärkste Kraft geworden. Die Lega erreichte zwischen 27 und 31 Prozent der Stimmen, wie aus Nachwahlbefragungen für den Sender Rai am Sonntag nach dem Schließen der Wahllokale hervorging.

23:02 Uhr: Frankfurt am Main hat eine Wette mit Köln um die höhere Wahlbeteiligung verloren - nun muss Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am rheinischen Straßenkarneval teilnehmen. Er sprach von einem "verschmerzbaren Wermutstropfen" angesichts des guten Ergebnisses in Frankfurt - dort stimmten 56 Prozent ab, deutlich mehr als zuletzt. In Köln waren es aber knapp 64 Prozent.

Annegret Kramp-Karrenbauer: Defizite in Klimaschutzpolitik eingeräumt

22:43 Uhr: CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat Defizite in der Klimaschutzpolitik eingeräumt. Weder vertrete die Regierung sehr glaubwürdig, wie sie die Klimaschutzziele erreichen wolle, noch habe die Partei programmatisch schon die Antworten hierfür, sagte sie in den ARD-"Tagesthemen". Das sei "genau die Baustelle, (...) die wir als CDU haben".

22:06 Uhr: In Polen ist die rechtsnationalistische und EU-kritische Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) mit einem knappen Vorsprung als stärkste Kraft aus der Europawahl hervorgegangen. Sie erzielte laut Nachwahlbefragungen 42,2 Prozent der Stimmen. Das pro-europäische Bündnis aus mehreren Oppositionsparteien kam demnach auf 39,1 Prozent.

21:28 Uhr: Martin Sonneborn mit seiner Satirepartei Die Partei Hochrechnungen zufolge 2,4 bis 2,5 Prozent erzielt - und kann damit künftig voraussichtlich einen Unterstützer mit ins EU-Parlament nehmen. Nach den Zahlen von ARD und ZDF hat neben Sonneborn (54) auch der auf Listenplatz zwei stehende Comedian Nico Semsrott (33) allerbeste Chancen, in den nächsten fünf Jahren als EU-Abgeordneter zu arbeiten.

20:59 Uhr: Die Christ- und Sozialdemokraten werden nach erheblichen Verlusten erstmals nicht mehr in der Lage sein, alleine eine Mehrheit im Europaparlament zu stellen. Liberale, grüne und rechte Parteien gewannen deutlich hinzu, wie aus der ersten Parlamentsprognose zur Europawahl hervorgeht.

Unter den 751 Abgeordneten des künftigen Europaparlaments wird die christdemokratische Europäische Volkspartei nach dieser Prognose auf 173 Sitze kommen, 43 weniger als bisher. Die Sozialdemokraten kämen demnach auf 147 Mandate (minus 38).

Die Liberalen liegen bei 102 Mandaten, wenn die Mandate für die Partei des französischen Präsidenten Emmanuel Macron mitgezählt werden (plus 33). Dahinter kommen die Grünen mit 71 Sitzen (plus 19). Die Linke verliert fünf Sitze und kommt auf 42.

20:26 Uhr: Die rechtspopulistische Partei Rassemblement National von Marine Le Pen hat sich in Frankreich ersten Hochrechnungen zufolge bei der Europawahl durchgesetzt. Le Pens Partei erhielt rund 24,2 Prozent der Stimmen, wie der Nachrichtensender BFMTV am Sonntag nach Schließung der Wahllokale berichtete. Die Liste der Regierungspartei La République en Marche (LREM) von Staatschef Emmanuel Macron kam demnach auf 22,4 Prozent. Schon vor fünf Jahren war die damalige Front National (FN) mit 24,86 Prozent als stärkste Kraft aus der Europawahl hervorgegangen.

Wahlbeteiligung bei Europawahl: Höchste "seit mindestens 20 Jahren"

20:17 Uhr: Die Wahlbeteiligung bei der Europawahl ist nach Angaben des EU-Parlaments die höchste "seit mindestens 20 Jahren". Wie ein Parlamentssprecher am Sonntagabend sagte, liegt sie nach Prognosen für die 27 Mitgliedstaaten ohne Großbritannien bei rund 51 Prozent. Für die gesamte EU aus 28 Ländern werde sie voraussichtlich zwischen 49 und 52 Prozent betragen.

19:41 Uhr: Das schlechte Abschneiden von Union und SPD bei der Europawahl liegt einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen zufolge vor allem am schlechten Ansehen der Parteien und ihrer Vorsitzenden. Nur 22 Prozent der Befragten halten die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer demnach für hilfreich für das Abschneiden ihrer Partei, bei SPD-Chefin Andrea Nahles sind es nur 16 Prozent. Zwei von drei Befragten gaben zudem an, traditionell-konservative Positionen hätten bei der CDU zuletzt eine zu große Rolle gespielt.

Die Grünen konnten dagegen deutlich zulegen. Jeder Zweite - auch in anderen politischen Lagern - ist der Forschungsgruppe Wahlen zufolge der Ansicht, dass die Grünen für eine "moderne, bürgerliche Politik" stehen.

19:26 Uhr: SPD-Spitzenkandidatin Katarina Barley hat das historisch schwache Ergebnis der Partei bei der Europawahl auch auf Defizite beim Thema Klimaschutz zurückgeführt. Barley sagte am Sonntag in Berlin zudem, sie sehe ihre Zukunft in Europa und werde ihr Amt als Bundesjustizministerin zur Verfügung stellen.

Barley sagte: "Ich habe echt alles gegeben, was ich konnte, mehr ging nicht." Es sei nicht gelungen, die "Leidenschaft" in der Partei in Wählerstimmen umzumünzen. Dies habe viele Gründe. Das Thema Klimaschutz aber habe bei der Europawahl eine große Rolle gespielt. Die SPD sei hier offensichtlich noch nicht gut genug aufgestellt.

19:21 Uhr: Der Linke-Spitzenkandidat bei der Europawahl, Martin Schirdewan, hat sich enttäuscht über das Abschneiden seiner Partei geäußert. "Wir sind nicht zufrieden mit dem Ergebnis", sagte er am Sonntagabend im ZDF. Die Debatte um Klimaschutz und Klimawandel habe den Wahlkampf dominiert. Hierbei habe die Linke entscheidend an die Grünen verloren. Nun gelte es, im Europaparlament eine starke linke Fraktion zu bilden, die einem Rechtsruck Einhalt gebiete.

Andrea Nahles gesteht katastrophales Abschneiden ein

19:04 Uhr: SPD-Chefin Andrea Nahles hat ein katastrophales Abschneiden ihrer Partei eingestanden und versucht, den sozialdemokratischen Anhängern Mut zuzusprechen. "Ich möchte alle SPD-Mitglieder und unsere Anhänger ermutigen, selbstbewusst in die Zukunft zu schauen - auch wenn die Ergebnisse heute schmerzlich sind. Sie zeigen, dass wir noch viel zu tun haben", sagte Nahles am Sonntag in Berlin. Die Partei habe es nicht geschafft, nach den schlechten Umfragen "das Ruder herumzureißen".

Nahles betonte mit Blick auf das erstmalige Abrutschen der SPD hinter die Grünen bei einer bundesweiten Wahl: "Ich sage in Richtung Grüne: Glückwunsch. Und ich sage 'Kopf hoch' in Richtung SPD. Denn wir nehmen diese Herausforderung an." Klimaschutz sei für viele Wähler eine wahlentscheidende Frage gewesen, diese Frage werde man in den nächsten Wochen offensiv diskutieren - und man werde handeln. Nahles betonte: "Wir wollen in diesem Jahr noch ein Klimaschutzgesetz für unsere ganze Volkswirtschaft auf den Weg bringen."

19:01 Uhr: Die voraussichtliche Ergebnis bei der Europawahl ist aus FDP-Sicht akzeptabel. "Wir sind heute Abend kein großer Wahlgewinner, aber wir sind ein kleiner Wahlgewinner", sagte FDP-Chef Christian Lindner am Sonntagabend in Berlin. Nach ersten Hochrechnungen haben die Freidemokraten 5,5 Prozent der Stimmen geholt, nach 3,4 Prozent bei der letzten Wahl 2014. Grund seien auch die Themen gewesen, die im Vorfeld der Wahl dominiert hätten.

Lindner sagte, seine Partei könne möglicherweise zwei Millionen Stimmen bekommen haben, das sei in absoluten Zahlen eine Verdoppelung. "Da kann man sich durchaus drüber freuen." Das Ziel, die Zahl der bislang drei Sitze zu verdreifachen, habe die Partei nicht erreicht, räumte Lindner ein. Der Anspruch an sich selbst sei höher. Man wolle das Ergebnis in den kommenden Wochen analysieren.

Alexander Gauland spricht von "schwierigem Wahlkampf"

18:53 Uhr: AfD-Chef Alexander Gauland hat von einem "schwierigen Wahlkampf" für seine Partei bei der Europawahl gesprochen. Angesichts dessen sei er mit dem Ergebnis zufrieden, sagte er am Sonntagabend im ZDF. Nur wenn es am Ende nicht zweistellig ausfallen sollte, hätte er ein Problem.

Gauland verwies unter anderem darauf, dass die Skandal-Videos um den österreichischen Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) der AfD den Wahlkampf erschwert hätten. Er betonte zugleich: "Die FPÖ ist unsere Schwesterpartei, mit ihr wollen wir zusammenarbeiten." Die AfD habe zudem erklären müssen, "warum wir uns in ein Parlament wählen lassen, das wir abschaffen wollen".

Spitzenkandidat Jörg Meuthen sagte: "Wir gehen nach Brüssel, um die EU zu reparieren, um sie auf ihre Kernaufgaben zu reduzieren." Die AfD habe in Brüssel jetzt eine "bärenstarke Gruppe".

18:44 Uhr: Die Grünen haben ihr historisch gutes Ergebnis als "Signal für mehr Klimaschutz" bezeichnet. Die Grünen-Spitzenkandidatin Ska Keller erklärte am Sonntag: "Wir verstehen es als Auftrag, bei diesem Thema nun endlich für Handlungen zu sorgen." Die Grünen wollten bei der Wahl einer Kommissionspräsidentin oder eines Kommissionspräsidenten ein entscheidendes Wort mitreden. Grünen-Spitzenkandidat Sven Giegold sprach von einer Richtungswahl. "Wir werden die Stimme der Klimabewegung von der Straße ins Parlament tragen und uns für den europäischen Zusammenhalt einsetzen."

18:36 Uhr: Erste Wahlanalysen erklären die guten Ergebnisse der Grünen. Bei der Europawahl haben sie von der SPD und der Union jeweils mehr als eine Million Wähler dazugewonnen. Bei einer Analyse der Wählerwanderungen von Infratest dimap in der ARD hieß es am Sonntagabend, die Grünen hätten im Vergleich zu 2014 von der SPD 1,37 Millionen Wähler herüberziehen können. Von der Union kamen demnach 1,25 Millionen Wähler zur Ökopartei.

Vor allem junge Wähler hätten bei den Grünen ihr Kreuzchen gemacht. Unter den 18- bis 24-Jährigen hätten 34 Prozent die Grünen gewählt. Bei den 25- bis 34-Jährigen votierten 27 Prozent für die Grünen, hieß es in der ARD. Hintergrund sei, dass die jungen Leute der Partei in Sachen Klima- und Umweltschutz am meisten zutrauten.

CDU-General bewertet Europawahl-Ergebnis

18:31 Uhr: CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat mit Ernüchterung auf die Verluste der Union bei der Europawahl in Deutschland reagiert. "Das entspricht nicht unseren Ansprüchen", sagte Ziemiak am Sonntag kurz nach den Prognosen im ZDF. Dennoch habe die Union, die bei der Abstimmung stärkste Kraft wurde, mit dem Wahlausgang ihren "Beitrag geleistet", damit Manfred Weber (CSU) EU-Kommissionspräsident werden könne.

Ziemiak plädierte für eine Fortsetzung der großen Koalition. "Sie muss weitermachen, damit Stabilität im Land herrscht", sagte Ziemiak. Es gehe hier "um das Land und nicht um parteipolitische Fragen". Er rief die Koalition aus Union und SPD zu "überzeugender Politik" auf.

18:28 Uhr: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat nach den deutlichen Verlusten seiner Partei bei der Europawahl von einem "enttäuschenden Ergebnis" gesprochen. "Das Ergebnis kann nicht ohne Folgen bleiben", sagte er am Sonntagabend im ZDF. Er wandte sich gegen Personaldebatten. Die SPD habe grundlegende Probleme bei strategischen Fragen und sei beim dominanten Thema Klimaschutz "nicht auf dem Platz gewesen". Es sei aber richtig gewesen, im Wahlkampf stark auf soziale Themen gesetzt zu haben.

Europawahl 2019: Erste Hochrechnungen

18:23 Uhr: Und jetzt gibt's die ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF. Union und SPD haben bei der Europawahl in Deutschland historisch schlecht abgeschnitten. Die Union kam demnach am Sonntag auf 27,7 bis 27,9 Prozent der Stimmen, die SPD sackte ab auf 15,6 Prozent. Die Grünen lagen als zweitstärkste Kraft bei 20,8 bis 21,8 Prozent. Die AfD erreichte 10,5 bis 10,6 Prozent, die FDP kam auf 5,5 Prozent, die Linke holte 5,5 Prozent.

18:22 Uhr: Kommissar Günther Oettinger (CDU) hat das Ergebnis der Union bei der Europawahl als enttäuschend bezeichnet. Oettinger sagte am Sonntag in der ARD, das einzig Erfreuliche sei, dass Populisten Europa nicht bestimmten. Die CDU habe "scheinbar" falsch auf das Video des Youtubers Rezo reagiert, sagte Oettinger auf eine entsprechende Frage.

18:10 Uhr: Die CSU hat am Sonntag nach einer Prognose mit 39,5 Prozent ihr bislang schlechtestes Europawahlergebnis eingefahren. Sie kann sich aber im Vergleich zur historischen Pleite bei der Landtagswahl 2018 wieder leicht verbessern. Die Partei bleibt nach den Zahlen des Bayerischen Rundfunks trotz ihrer Verluste stärkste Kraft im Freistaat. Die Grünen kamen am Sonntag mit einem Rekordergebnis (20,5 Prozent) auf Platz zwei. Dahinter liegen mit Abstand SPD (9,5 Prozent) und AfD (7,0 Prozent).

Europawahl 2019: Große Koalition abgestraft

18:08 Uhr: Die große Koalition ist also ziemlich abgestraft worden. Für die Grünen ist zweite Platz bei einer bundesweiten Wahl das beste Ergebnis überhaupt.

18:00 Uhr: Die Wahllokale in Deutschland sind geschlossen. Die ersten Prognosen zur Wahl des Europäischen Parlamentes sind da. Laut den Zahlen der ARD ist die CDU mit 28 (-7,3) Prozentpunkten stärkste Kraft. Die SPD sackt auf 15,5 (-11,8) Prozentpunkte ab. Wahlsieger sind die Grünen mit 22 (+11,3) Prozentpunkten. Die FDP liegt bei 5,5 (+2,1), die AfD bei 10,9 (+3,4) und die Linke bei 5,5 (-1,9) Prozentpunkten. Alle Hochrechnungen, Prognosen und Ergebnisse finden Sie hier!

17:37 Uhr: Die Spannung steigt, nur noch rund 20 Minuten, bis in die Deutschland die Wahllokale schließen.

17:22 Uhr: Ein Sieg der rechten Lega bei der Europawahl in Italien wird nach Ansicht von Vize-Ministerpräsident und Innenminister Matteo Salvini in Europa "alles ändern". "In Italien ändert sich nichts, in Europa ändert sich alles, (...) sollte die Lega gewinnen", sagte Salvini italienischen Nachrichtenagenturen zufolge am Sonntag in Mailand, nachdem er seinen Stimmzettel in einem Wahllokal abgegeben hatte.

Laut Umfragen könnte Salvinis Partei stärkste Kraft in Italien werden und etwas über 30 Prozent der Stimmen bekommen. Bei der Europawahl 2014 kam die Lega noch auf lediglich 6,15 Prozent, was 5 Sitzen im Europaparlament entsprach. Salvini will nach der Wahl die auf europäischer Ebene auf verschiedene Fraktionen verteilten rechtsnationalen und populistischen Parteien in einer "Europäischen Allianz der Völker und Nationen im Europaparlament" vereinen.

Europawahl 2019 in Österreich: ÖVP von Kanzler Kurz klar vorne

17:09 Uhr: In Österreich, wo die Wahllokale spätestens um 17 Uhr geschlossen haben, sieht die erste Prognose die konservative ÖVP von Bundeskanzler Sebastian Kurz mit 34,5 Prozentpunkten vorne. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die sozialdemokratische SPÖ und die rechtspopulistische FPÖ.

16:11 Uhr: Die zahlreichen Aufrufe zur Wahl scheinen sich auszuzahlen. Insgesamt zeichnet sich in Deutschland ein größeres Interesse an der Europawahl ab als vor fünf Jahren. Bis 14 Uhr machten nach Angaben des Bundeswahlleiters 29,4 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Briefwahlstimmen waren dabei nicht berücksichtigt. Bei der Europawahl 2014 lag die Wahlbeteiligung zum selben Zeitpunkt bei 25,6 Prozent, am Ende betrug sie 48,1 Prozent. Auch in vielen anderen EU-Ländern zeichnet sich eine höhere Wahlbeteiligung ab als 2014.

16:01 Uhr: Die Grünen-Spitzenkandidatin Ska Keller hat schon ganz früh heute Morgen ihre Stimme abgegeben.

15:46 Uhr: Joa, das hat was! In der Lutherkirche, die nicht mehr als Kirche genutzt wird, hat die Stadt Bochum ein Wahllokal eingerichtet. Hier dürfen die Bürger also gewissermaßen ihr Kreuz unter dem Kreuz machen.

Die Lutherkirche in Bochum wurde zum Wahllokal umfunktioniert.

15:13 Uhr: Auch in Spanien hat sich bei der Europawahl bis zum frühen Nachmittag eine weitaus höhere Beteiligung abgezeichnet als vor fünf Jahren. Bis 14 Uhr seien 34,63 Prozent der 37 Millionen Wahlberechtigten zu den Urnen gegangen, teilte die Wahlbehörde mit. Zum selben Zeitpunkt waren es bei der vorherigen EU-Wahl nur 23,87 Prozent. Bereits bei der spanischen Parlamentswahl Ende April war die Wahlbeteiligung mit mehr als 75 Prozent sehr hoch.

14:47 Uhr: FC-Bayern-Star Leon Goretzka hat dazu aufgerufen, heute ein Kreuz zu machen. Beim gestrigen Pokaltriumph seiner Teamkollegen in Berlin konnte er wegen einer Verletzung nicht mitwirken. Bei der Europawahl macht Goretzka aber mit: "Weil deine Stimme spielentscheidend sein kann", schreibt er auf Twitter.

14:30 Uhr: Auch in Polen und Dänemark zeichnet sich eine höhere Wahlbeteiligung ab als vor fünf Jahren. In Polen hatten fünf Stunden nach Öffnung der Wahllokale bis 12.00 Uhr MESZ 14,39 Prozent der Wähler abgestimmt - etwa doppelt so viele wie 2014. Damals hatte die Wahlbeteiligung bis zu dieser Zeit nur bei 7,31 Prozent gelegen. Insgesamt hatten in Polen vor fünf Jahren knapp 23,3 Prozent der Wähler abgestimmt.

In Dänemark hatte bis Sonntagmittag bereits knapp jeder vierte der Wahlberechtigten seine Stimme abgegeben. Die Beteiligung lag um 12.00 Uhr - drei Stunden nach Öffnung der Wahllokale - nach Stichproben der Nachrichtenagentur Ritzau bei 24,7 Prozent. Zum selben Zeitpunkt waren es bei der vorherigen EU-Wahl 20,3 Prozent gewesen.

Europawahl 2019: Manfred Weber macht sein Kreuz

14:16 Uhr: Der Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, hat seine Stimme in seiner niederbayerischen Heimat abgegeben. Der CSU-Politiker, der EU-Kommissionspräsident werden will, ging am Sonntag in Wildenberg nach dem Besuch des Gottesdienstes mit seiner Frau Andrea zur Wahl.

Manfred Weber will EU-Kommissionspräsident werden.

Mehrere Dutzend Reporter erwarteten im Gemeindesaal den Politiker, der das Blitzlichtgewitter gut gelaunt über sich ergehen ließ. Der 46-Jährige sprach von einem großen Tag der Demokratie und für die Zukunft Europas. Mit der EVP habe er für ein Europa der Stabilität und inneren Einheit gekämpft. Nun sei es an den Bürgern, zu entscheiden. Wir haben vor der Wahl ein Interview mit Manfred Weber geführt - hier zum Nachlesen!

14:03 Uhr: EU-Ratspräsident Donald Tusk geht bei der Europawahl nicht von einem grundlegenden Erstarken antieuropäischer Kräfte im EU-Parlament aus. "Es wird viele neue Gesichter geben. Aber wenn es um dieses grundlegende Verhältnis geht zwischen antieuropäischen Politikern und proeuropäischen Politikern, wird es mehr oder weniger so aussehen wie in den letzten fünf und zehn Jahren", sagte der frühere polnische Regierungschef (2007-2014) nach Angaben der Agentur PAP am Sonntag bei der Stimmabgabe in seinem Wohnort Sopot in Nordpolen.

Europa stehe vor einer Herausforderung, aber er mache sich um das europäische Projekt als solches keine Sorge. "Wenn es um die proeuropäische Haltung im Europaparlament geht, wird es nicht an Säbeln fehlen, Europa als Ganzes zu verteidigen", sagte Tusk.

Offenbar hohe Beteiligung an Europawahl 2019

13:41 Uhr: Die Chefin von Österreichs Sozialdemokraten, Pamela Rendi-Wagner, hat sich sehr zuversichtlich über ein gutes Abschneiden der SPÖ bei der Europawahl gezeigt. Schon das Ergebnis in den Niederlanden vom Donnerstag deute einen Aufwärtstrend für die Sozialdemokratie in Europa an, sagte die 48 Jahre alte Ärztin am Sonntag bei ihrer Stimmabgabe zur EU-Wahl in Wien.

Zum SPÖ-Abstimmungsverhalten beim an diesem Montag bevorstehenden Misstrauensantrag gegen Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) äußerte sie sich nicht abschließend. Die SPÖ-Abgeordneten wollen sich erst am Montag vor der Sondersitzung des Parlaments entscheiden.

13:14 Uhr: In Frankreich ist die Beteiligung an der Europawahl am Sonntag nach ersten Angaben des Innenministeriums im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren gestiegen. Bis zum Mittag (12 Uhr) gaben rund 19,27 Prozent der Wahlberechtigten im französischen Staatsgebiet in Europa ihre Stimme ab, wie das Ministerium auf Twitter bekannt gab. 2014 hätten bis zu dieser Uhrzeit rund 15,70 Prozent abgestimmt.

13:12 Uhr: In Bremen wird neben dem Europaparlament auch eine neue Bürgerschaft gewählt. Die SPD könnte nach mehr als 70 Jahren Regierungsbeteiligung abgewählt werden. Bis zum Mittag haben viele Bürger ihre Stimmen abgegeben. Die Wahlbeteiligung lag rund vier Stunden nach Öffnung der Wahllokale bei 20,2 Prozent und damit deutlich höher als vor vier Jahren, wie die Landeswahlleitung am Sonntag mitteilte. Damals hatten zum selben Zeitpunkt nur 14,2 Prozent der Stimmberechtigten gewählt. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung 2015 bei 50,2 Prozent.

13:01 Uhr: In Ungarn und der Slowakei ist die Beteiligung an der Europawahl am Sonntag in den ersten Stunden höher ausgefallen als bei jeder bisherigen Europawahl in diesen Ländern. Auch in mehreren anderen EU-Staaten lag die Zahl der Wähler nach ersten Angaben oder Schätzungen über der vor fünf Jahren.

12:29 Uhr: Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, hat zu einer regen Beteiligung an der Europawahl aufgerufen, um ein Gegengewicht zu den Rechtspopulisten zu schaffen. "Wir dürfen Europa nicht den rechten Populisten überlassen, daher ist jede Stimme wichtig", sagte Sofuoglu der Nachrichtenagentur AFP. Er rief "insbesondere auch die türkeistämmige Community auf, sich an den Wahlen zu beteiligen".

Die Türkische Gemeinde beobachte den Aufstieg rechter Parteien "mit großer Sorge", sagte der Vorsitzende. "Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Menschenrechte stehen auf dem Spiel." Ein starkes Europa sei "das Gegenmittel zu Nationalismus".

EU-Parlament ohne Wahlberechtigung wählen? Geht!

12:18 Uhr: Der Bundeswahlleiter hat die Bundesbürger am Sonntagmorgen noch einmal zur Stimmabgabe bei der Europawahl aufgerufen. Er verwies auf die "besondere Bedeutung der Wahl" für die Einflussnahme der Wähler auf die künftigen politischen Entscheidungen in der EU. Noch bis 18 Uhr können Wähler von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen, erinnerte Georg Thiel.

Die Wahlen zum Europaparlament hatten am Sonntagmorgen begonnen, bundesweit öffneten um 8 Uhr die Wahllokale.

Auch wer eine Wahlbenachrichtigung bekommen und diese verlegt hat, kann seine Stimme abgeben, betonte der Bundeswahlleiter. Wer verhindert ist, kann in besonderen Ausnahmefällen, etwa bei kurzfristiger Erkrankung, seinen Wahlschein sowie Briefwahlunterlagen noch bis 15 Uhr beantragen.

11:55 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) warb via Twitter für die Wahl: "Jetzt gilt’s: Freundinnen, Freunde schnappen – wählen gehen! Wir lassen uns Europa nicht von Angstmachern zerstören." Und er fügte hinzu: "Wir dürfen nicht den gleichen Fehler machen wie viele Briten, als sie nicht zur Brexit-Abstimmung gegangen sind." 2016 hatte sich überraschend eine knappe Mehrheit der Briten in einem Referendum für einen EU-Ausstieg des Landes ausgesprochen.

Europawahl 2019: 96 deutsche Abgeordnete

11:34 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Deutschen zur regen Teilnahme an der Europawahl aufgerufen. "Ein demokratisches Deutschland in einem vereinten Europa, das ist ein großes Glück", sagte er am Sonntag bei seiner Stimmabgabe in einem Wahllokal im Berliner Stadtteil Dahlem. "Und ich finde, dafür lohnt es sich zu arbeiten, und vor allen Dingen lohnt es sich, dafür zum Wählen zu gehen."

Er hoffe, das dies möglichst viele am Wahlsonntag tun. Steinmeier, der mit seiner Frau Elke Büdenbender in das Wahllokal in einer Grundschule kam, dankte ausdrücklich den mehr als 600.000 Wahlhelfern in Deutschland. Sie sorgten dafür, dass die Wahl ordnungsgemäß stattfinden könne.

11:10 Uhr: Insgesamt sind in der Bundesrepublik 65 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, über die 96 deutschen Abgeordneten für das Europäische Parlament zu entscheiden. Union und SPD müssen nach Umfragen fürchten, dass sie bei der Europawahl auf ihre jeweils historisch schlechtesten Ergebnisse fallen. Die Grünen könnten Umfragen zufolge vor der SPD zweitstärkste Kraft werden, erstmals überhaupt bei einer bundesweiten Wahl. Die deutschen Wahllokale schließen um 18 Uhr

11:04 Uhr: Hallo und herzlich willkommen in unserem Ticker zum Superwahlsonntag! Die Bürger von insgesamt 20 Ländern geben heute ihre Stimme für das Europäische Parlament ab. Wir hoffen auf eine hohe Wahlbeteiligung und sind sicher, dass das heute ganz schön spannend wird!

Europawahl 2019: Deutschland ist am Zug

Während in Ländern wie Niederlande, Großbritannien, Tschechien oder Irland die Bürger bereits entschieden haben, sind am Sonntag weitere 20 Länder am Zug. Dazu gehören auch die Deutschen, die für die Europawahl an die Urnen gehen. Briefwahl-Unterlagen werden ebenfalls erst am Sonntag ausgezählt.

Erste Hochrechnungen für Deutschland werden kurz nach 18 Uhr erwartet. Erste Prognosen in Europa werden wohl erst nach 23 Uhr kommen, wenn auch in Italien die letzten Wahllokalen geschlossen werden. Wir halten Sie mit allen Informationen, ersten Hochrechnungen und Ergebnissen in unserem Live-Ticker auf dem Laufenden. (hub/sap/dpa/afp/mcf)

Europawahl 2019: So funktioniert die Wahl

Vom 23. bis 26. Mai 2019 finden in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union die Europa-Wahlen statt. Wie sie funktionieren, über was die Menschen in der EU abstimmen und was die Aufgaben des zu wählenden Europäischen Parlaments sind, erklären wir in diesem Video.
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