Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich nach der herben Wahlniederlage seiner CSU geäußert. Man nehme das Ergebnis "mit Demut" an. Seine Partei habe aber einen "klaren Regierungsauftrag" erhalten.

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Die CSU hat nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bei der Landtagswahl als stärkste Partei einen "klaren Regierungsauftrag" erhalten. Nötig sei es nun, eine stabile Regierung zu bilden - "diesen Auftrag nehmen wir an", sagte Söder am Sonntagabend in München.

Es gebe eine "Priorität für ein bürgerliches Bündnis". Söder strebe daher ein Bündnis seiner CSU mit den Freien Wählern an.

Dennoch sei es kein einfacher Tag für seine Partei, denn die CSU habe "kein gutes Ergebnis" erzielt. "Wir nehmen es an mit Demut und werden daraus Lehren ziehen müssen." Auf den letzten Metern vor der Wahl habe seine Partei mit großem Engagement gekämpft.

Schlechtestes CSU-Ergebnis seit 1950 erwartet

Trotzdem fuhr die CSU nach den ersten Hochrechnungen ihr schlechtestes Ergebnis seit 1950 ein und schwächt damit auch ihre Position in der großen Koalition von Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Die Schlappe der Partei führen Wahlforscher maßgeblich auf den Streit innerhalb der Union zurück. 81 Prozent der Wähler seien der Meinung, der Konflikt der letzten Monate vor allem um die Asylpolitik habe der Partei von Ministerpräsident Markus Söder geschadet, wie aus einer ersten Analyse der Forschungsgruppe Wahlen vom Sonntag hervorgeht. 13 Prozent der Befragten waren der Meinung, der Streit habe keine Rolle gespielt, drei Prozent hielten ihn hingegen für nützlich. Die Daten basieren auf Befragungen von zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in Bayern.

SPD im einstelligen Bereich, Kohnen: "Müssen über wirklich alles reden"

Die SPD von Natascha Kohnen brach noch stärker ein als vorhergesagt und verlor mit ihrem historisch schlechtesten Landesergebnis ihre Position als zweitstärkste Kraft. Aktuelle HOchrechnungen sehen die Sozialdemokraten im einstelligen Prozentbereicht.

Die bayerische SPD-Chefin sei nach der Wahlniederlage ihrer Partei dazu bereit, "über alles" zu reden, wie sie direkt nach den ersten Hochrechnungen sagte. Offenbar in Anspielung auf mögliche personelle Konsequenzen aus dem Wahldebakel sagte sie am Sonntagabend in München, sie meine damit "auch über alles".

"Das wird ein langer, harter Weg, uns da wieder herauszuarbeiten", sagte sie am Sonntagabend in München. Sie habe gespürt, dass viele Menschen "unglaubliche Skepsis" zur Sozialdemokratie hätten. Es gehe nun darum, den Glauben an die SPD wieder herzustellen. Das gehe nur mit einer ganz klaren Haltung. "Wir dürfen nie wieder halbe Wege gehen, sondern nur ganze."

Wahlgewinner Grüne und AfD

Große Wahlgewinner sind Grüne und AfD mit zweistelligen Ergebnissen. Die AfD zieht erstmals ins Maximilianeum ein und ist jetzt in 15 von 16 Landtagen vertreten.

Die FDP muss zunächst bangen, ob sie nach fünf Jahren Abwesenheit die Rückkehr ins Parlament schafft. Die Linke verfehlt den Einzug erneut. (mgb/dpa)