Barbara Stamm, CSU-Urgestein und bisher Landtagspräsidentin, zieht nicht mehr in das neue Parlament ein. Damit ist sie das wohl prominenteste Opfer des schwachen Ergebnisses ihrer Partei.

Mehr News zur Landtagswahl in Bayern

Barbara Stamm saß seit 1976 im Bayerischen Landtag - nun ist ihre Karriere als Parlamentariern vorbei. Der Grund: Die 73-Jährige hatte diesmal keinen eigenen Stimmkreis, sondern stand lediglich auf der Bezirksliste Unterfranken.

Weil die CSU nach dem vorläufigen Endergebnis insgesamt auf nur 37,2 Prozent der Stimmen kommt und ihr damit im neuen Landtag maximal 85 Sitze zustehen, kommen lediglich in einem Wahlkreis direkt gewählte CSU-Politiker in den Landtag.

"Ich bin mit mir im Reinen", sagte Stamm bereits am Wahlabend im Landtag. Schon in den Tagen vor der Wahl hatte sie angesichts der schlechten Umfragewerte eine Vorahnung: "Es wird eine Umstellung in meinem Leben geben", vermutete sie.

Ein Leben für die CSU

Stamm ist seit 1969 in der CSU, saß ab Anfang der 1970er-Jahre über ein Jahrzehnt im Würzburger Stadtrat. Seit 1976 war sie Landtagsabgeordnete.

1993 wurde sie stellvertretende Parteivorsitzende, ein Jahr später bayerische Sozial- und Gesundheitsministerin. Zuvor hatte sie sieben Jahre als Staatssekretärin im Arbeits- und Sozialministerium gearbeitet.

Nach ihrem Rücktritt als Ministerin im Jahr 2001 in Folge des BSE-Skandals blieb sie stellvertretende Parteivorsitzende, gab dieses Amt aber 2017 freiwillig ab. Seit 2008 war sie zudem Präsidentin des Bayerischen Landtags. (cai)